Standort: oe1.ORF.at

Musik

Zeit-Ton

Montag
11. März 2013
23:03

In memoriam Paul Walter Fürst. Gestaltung: Gustav Danzinger und Ursula Strubinsky

"Für alles aufgeschlossen sein, aber nicht überall dabei sein müssen. Ich habe weniger die Überraschung durch Neues gesucht, als vielmehr die Verfeinerung meiner Ausdrucksmittel und Erfahrung." So beschrieb Paul Walter Fürst sein künstlerisches Credo als Komponist.

Der ehemalige Bratschist und Geschäftsführer der Wiener Philharmoniker, sowie Präsident u. a. der Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger in Österreich und der Österreichischen Interpreten-Gesellschaft ist Ende Februar, wenige Wochen vor seinem 87. Geburtstag, verstorben.

Immer wieder Stilwechsel

Paul Walter Fürst wurde am 25. April 1926 in Wien geboren. Nach Absolvierung der Musikakademie seiner Heimatstadt 1952 begann er als Solobratschist beim Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester. Es folgten Engagements bei den Münchner Philharmonikern, an der Wiener Staatsoper und ab 1962 bei den Wiener Philharmonikern.

Seine kompositorische Tätigkeit begann Fürst bereits im Gymnasium. Sein Schaffen umfasst u. a. Kompositionsaufträge der Wiener Festwochen, des Brucknerfestes Linz und des ORF. Als Komponist verfolgte er keine spezifische Stilrichtung. "Mir ist die Beibehaltung eines Stiles oder die Befolgung eines modischen Trends von unwesentlicher Bedeutung. Immer, wenn ich ein sogenanntes Erfolgsstück zuwege brachte, änderte ich meinen stilistischen Kurs; Stilbrüche sind in meinen Arbeiten einkalkuliert", sagte Fürst einmal.

Zu seinen Werken zählen laut einem von Christian Heindl für das Musikinformationszentrum mica verfassten Porträt u. a. Kammermusik mit Schlagwerk, Kammermusik für Bläser, "Farbspiele", in denen Fürst mit einer Vielfalt instrumentaler Kontraste arbeitet oder "Orchestron IV", eine Verschmelzung der Worte "Orchester" und "Orchestrion". Für Musiktheater entstanden das Ballett "Dorian Gray" und die Oper "Catalina Homar".

Fürst war auch als Funktionär vieler Institutionen tätig. So war er 1969 bis 1982 sowie 1984 bis 1990 Geschäftsführer der Wiener Philharmoniker, außerdem u. a. Präsident der Österreichischen Interpretengesellschaft, Präsident der Sektion Musiker und Vorsitzender in der Gewerkschaft Kunst, Medien, Freie Berufe und seit 1998 Präsident der AKM.

Unter den zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen, die Fürst im Laufe seiner Karriere erhalten hat, finden sich der Professoren-Titel (1970), das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1980), der Preis der Stadt Wien für Musik (1994) und das Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien (2001).

Gestaltung: Gustav Danzinger, Ursula Strubinsky , Ursula Strubinsky · zur Sendereihe

Musik

Programm

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Mehr dazu auf oe1.orf.at

Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick