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Salzburger Nachtstudio

Mittwoch
13. März 2013
21:00

CityScienceTalk. 18 Millionen gegen das Vergessen. Das Potential des Gehirns. Gestaltung: Elisabeth Nöstlinger

"Der Mensch denkt, die Maschine lenkt": So wird das Prinzip des "Brain Computer Interface" (BSI) umschrieben. Der Forscher Gernot Müller-Putz an der TU Graz lässt im BCI-Labor mithilfe von Gehirnströmen Computer und Neuroprothesen arbeiten, um Menschen, die das selbst nicht mehr können, den "Zugriff" auf die Außenwelt zu öffnen.

Menschen, die ihre Gliedmaßen nicht mehr bewegen, vielleicht auch nicht mehr sprechen können, können durch das "Brain Computer Interface" (BCI genannt, oder auch Gehirn-Computer-Schnittstelle) die Kraft der Gedanken direkt in technische Steuersignale umsetzen. Prothesen können so bedient werden und das Bewusstsein bei sogenannten "non-responsive"-Patienten kann erkannt werden.

Was bedeuten all diese technischen Hilfsmittel für das alternde Gehirn? Welche Chancen bieten die modernen Neurowissenschaften um Demenzerkrankungen wie Alzheimer etc. frühzeitig zu erkennen, aufzuhalten oder gar durch chirurgische Eingriffe zu kompensieren? 18 Millionen € hat die "EU Joint Programme on Neurodegenerative Disease Research zur Verfügung gestellt und Forschungsgruppen aus ganz Europa aufgerufen, sich zu transnationalen Konsortien zusammenzuschließen und gemeinsam Forschungsprojekte zu entwickeln, mit deren Hilfe Risiko- und Schutzfaktoren in Zusammenhang mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson identifiziert werden sollen. Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung beteiligt sich mit € 600.000 an dieser Ausschreibung. Verbesserte Therapien sollen entwickelt werden und neue, verbesserte Pflegemaßnahmen für Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen erarbeitet.

Das wirft auch ethische Fragen über den "Wert alter Gehirne" auf. Der Grazer Philosoph Peter Strasser reflektiert über "das Leitorgan" des Menschen und über die Vorstellung, dass der Mensch nichts als sein Gehirn sei. Für den Philosophen hat dies eine existenziell verschärfende Bedeutung im Alter. Dass der Mensch - auch für seine Angehörigen - mehr als sein Gehirn ist, darüber hat der Autor Arno Geiger sein viel beachtetes Buch "Der alte König in seinem Exil" geschrieben.

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