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Musik

Konzert am Vormittag

Donnerstag
21. März 2013
10:05

Alte Musik im Konzert.
Le Musiche Nove, Leitung: Claudio Osele; Vivica Genaux, Mezzosopran (Marc' Antonio); Francesca Lombardi Mazzulli, Sopran (Cleopatra).
Johann Adolf Hasse: "Marc' Antonio e Cleopatra". Serenata a due voci, archi e basso continuo (aufgenommen am 8. März im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins). Präsentation: Bernhard Trebuch


Wie lediglich Georg Friedrich Händel vor ihm, so prägte Johann Adolph Hasse als Komponist aus den deutschen Landen das Theater der Leidenschaften, die Welt der Oper. 1699 in Bergedorf nahe Hamburg geboren, führte ihn seien Karriere in die bedeutendsten musikalischen Zentren Europas. Der Kurfürst von Sachsen und König von Polen machte ihn gar zum Hofkapellmeister und seine Frau, doe Starsopranistin Faustina Bordoni zur Primadonna an der Hofoper in Dresden, der im 18. Jahrhundert als "Elbflorenz" benannten Metropole.
Jahre später, 1771 als Hasses letzt Oper "Ruggiero" im Mailand mit mäßigem Erfolg aufgeführt wurde und Mozarts "Ascanio in Alba" wenige Tage späte bejubelt wurde, soll der Hanseat Hasse über den jungen Wolfgang Amadeus gemeint haben: "Dieser Knabe wird uns alle vergessen machen".

Heute erinnern wir uns freilich an den einst als "Divino Sassone" in Italien bejubelten Komponisten. So findet sich in manchen Plattenschränken gar seine Kantate L'armonia, in der Hasse die exotische Glasharmonika konzertierend einsetzt.

"Marc' Antonio e Cleopatra" war das erste Werk, das Johann Adolf Hasse in Neapel zur Aufführung brachte: Es war der Beginn seiner Karriere, während der er mit weit über fünfzig Opern das europäische Musiktheater wesentlich mitprägen sollte.

Das Werk knüpft an die historische Situation nach der Seeschlacht von Actium anno 31 v. Chr. an: Antonius und die mit ihm verbündete ägyptische Königin Cleopatra waren Octavian, dem späteren Kaiser Augustus unterlegen und durchleben nun eine Reihe starker Gefühle, an deren Ende der Entschluss steht, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Nicht Handlung, sondern Portraitierung bestimmt also die aus Rezitativen, acht Arien und zwei Duetten bestehende Serenata. So erfahren wir in ihrem ersten Teil nach einer kurzen Sinfonia, dass Antonius die politische Niederlage durch den Besitz Cleopatras glaubt verschmerzen zu können, während sie bekennt, nicht aus Furcht vor dem Tode, wohl aber aus Angst vor der Gefangenschaft geflohen zu sein. Dann erinnern sich beide nacheinander des Beginns und der Freuden ihrer bisherigen Liebe und hoffen gemeinsam, dass diese auch Kraft verleiht, sich gegen das widrige Schicksal zu behaupten.
(Bernhard Trebuch)

Gestaltung: Bernhard Trebuch · zur Sendereihe

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