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Salzburger Nachtstudio

Mittwoch
10. Juli 2013
21:00

"Der Mann, der Fallgeschichten schreibt." Zum 80. Geburtstag des "Neuroanthropologen" Oliver Sacks
Gestaltung: Ulrike Schmitzer

Oliver Sacks gilt als der berühmteste schreibende Neurologe unserer Zeit. Der gebürtige Brite, der in den USA lebt, hat zahlreiche populärwissenschaftliche Besteller über neurologische Fallgeschichten geschrieben.

Berühmt wurde sein Buch "Zeit des Erwachens"/ "Awakenings" über Patienten mit der Schlafkrankheit Encephalitis Lethargica, das in Hollywood mit Robert De Niro verfilmt wurde.

Die Arbeit mit diesen Patienten bewirkte auch bei Oliver Sacks ein "Erwachen": Er wurde ein empathischer Arzt, der sich jedem Patienten als Individuum zuwendet und versucht, sein Krankheitsbild, seine Gefühle und Gedanken zu verstehen. Er stellt die Persönlichkeit in den Vordergrund und bezeichnet seine Arbeit als "Neurologie der Identität".

Sacks arbeitet interdisziplinär zwischen Neurologie, Psychiatrie und Philosophie. Seine Arbeit sprengt sogar die Grenze zwischen Wissenschaft und Kunst. "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte" wurde zum Stoff für eine Oper von Michael Nyman.

Sacks sieht sich als Erforscher neurologisch veränderter Welten, auch als Reisender in unbekannte Welten, deshalb bezeichnet er sich selbst gerne als "Neuroanthropologe". Seine Kritiker werfen ihm vor, Patienten zur Selbstdarstellung zu benutzen und die Realität zu verklären.

Sacks hat nie eine eigene Theorie entwickelt, sind seine Werke deshalb "nur" von literarischer Bedeutung?

Gestaltung: Ulrike Schmitzer · zur Sendereihe

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