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Montag
22. Juli 2013
16:55

Zero Waste Jam - Wenn aus Abfall köstliche Marmelade wird
Gestaltung: Anna Masoner
Redaktion: Wolfgang Ritschl

In vielen Gärten verfaulen Äpfel, Marillen oder Kirschen, weil ihre Besitzer sie nicht ernten. Für Evelina Lundqvist und Marta Cociancig handelt es sich dabei schlicht um Verschwendung von kostbaren Ressourcen, die wir uns als Gesellschaft nicht leisten sollten.

Vor knapp einem Jahr begannen sie deshalb, das verschmähte Obst in Marmeladen, Chutneys und Gelees zu verwandeln. "Zero Waste Jam" soll nicht nur vorzüglich schmecken, sondern auch die Welt besser machen.

Marmelade ist erst der Anfang

"Unser Ziel ist eine Zero Waste Gesellschaft", sagt Evelina Lundqvist, die sich selbst als Soziale Unternehmerin bezeichnet. Die Schwedin kam vor ein paar Jahren durch ihr Studium nach Österreich und pendelt seither zwischen ihrer neuen Heimat und Skandinavien. Mit ihrer Beratungsfirma "The Good Tribe" berät sie Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit und "Zero Waste"- Philosophie. Ihre Botschaft: wir leben eindeutig auf zu großem Fuß, konsumieren und werfen viel zu viel weg.

Businessmodell mit sozialem Sinn

Melden kann man verlassene Obstbäume oder eine zu üppige Ernte per E-Mail oder Telefon. Aufwändige Transporte will das Team hinter "Zero Waste Jam" allerdings vermeiden. Eingekocht werden soll in der Nähe der Produzenten und Endverbraucher.

Deshalb wollen Lundqvist und Cociancig das Projekt als Social-Franchise-Unternehmen ausbauen. Gegen Gebühr treten sie die Lizenz für Produktion und Handel mit der Feinkost an Franchise-Nehmer ab. Wo Gewinne anfallen, bleiben diese im Unternehmen, um Produktionsabläufe zu optimieren oder die Idee weiter zu verbreiten. Derzeit suchen die vier Abfallvermeider noch nach Kooperationspartnern. Im Gespräch sind sie bereits mit der Caritas und mit einer Initiative für Langzeitarbeitslose.

Rege Nachfrage

Die ersten Gläser wurden vergangenes Jahr auf einem Biomarkt angeboten und waren innerhalb von zwei Tagen ausverkauft. Bald soll es die Marmeladen und anderen Köstlichkeiten auch in Geschäften in Wien und Graz sowie online zu kaufen geben.

Schließlich ist das "Zero Waste Jam"-Team auch dabei, andere Obstquellen anzuzapfen. Etwa den Großhandel. Vielleicht landen verbeulte Äpfel oder krumme Gurken, die es aus optischen Gründen nicht in den Verkauf schaffen, schon bald im Kochtopf.

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