Standort: oe1.ORF.at

Kultur

Leporello

Dienstag
14. Jänner 2014
07:52

1. Film von Tina Leisch über Roque Dalton
2. Amina Handke: Ausstellung "Copie NON Conforme"

Film von Tina Leisch über Roque Dalton

Als die aus Wien stammende politische Aktivistin und Filmemacherin Tina Leisch in den 1980er Jahren während des Bürgerkriegs in El Salvador für die Befreiungsbewegung arbeitete, wurde sie auf die Texte des Dichters Roque Dalton aufmerksam. Begeistert von seinen Gedichten und Liedern, setzte sie sich intensiv mit seinem Werk, seiner Poesie und seiner Person auseinander.

1935 als unehelicher Sohn eines US-Amerikaners und einer salvadorianischen Krankenschwester geboren, war Roque Dalton bereits als Student von der Idee des Sozialismus' begeistert. Später war er Mitbegründer einer linken Guerillaorganisation, gleichzeitig war der Journalist und Dichter ein scharfer Kritiker des vom Stalinismus geprägten kommunistischen Konzepts.

Von den salvadorianischen Diktaturen wegen subversiver Tätigkeit zum Tode verurteilt, entkam Roque Dalton zweimal seiner Hinrichtung. 1975 wurde er als vermeintlicher Verräter von seiner eigenen Organisation unter bis heute ungeklärten Umständen ermordet.

Mit dem Titel "Roque Dalton – Erschießen wir die Nacht!" montierte Tina Leisch Erinnerungen von Freunden und Angehörigen, Geliebten und Dichterkollegen, Genossen und Gleichgesinnten zur ersten ausführlichen filmischen Biografie des Dichters – zu sehen ab 17. Jänner im Wiener Filmhaus-Kino.

Als der Film im Vorjahr in El Salvador gezeigt wurde, sorgte er für einiges Aufsehen. Ehemalige Kampfgefährten Daltons, die Zeugen seiner Ermordung wurden, sprachen darüber erstmals vor einer Kamera.

Amina Handke: Ausstellung "Copie Non Conforme"

Künstlerische Aneignung - Bearbeitung - Referenzialität. In der Ausstellung "Copie Non Conforme", die am 16. Jänner im Wiener Kunstraum Niederösterreich eröffnet wird, setzen sich 15 Künstler mit der Frage von Original und Kopie in der Kunst sowie im Leben auseinander. Kuratiert wird die Schau von Amina Handke.

Ihr ist es wichtig, eine möglichst große Vielfalt an individuellen Inhalten zu zeigen. Von politischen, über anti-rassistischen, bis hin zu feministischen und Kunstgeschichts-kritischen Thematiken. Die Formen der Umsetzung konzentrieren sich auf Medien wie Video und Fotografie, aber auch auf Performances.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist Amina Handkes eigene Arbeit "Appropriated Beggars" zum Umgang mit Bettlern. Dabei stellt sie in einer Videoarbeit Sequenzen "echter" Bettlerinnen und inszenierte Szenen nebeneinander und geht damit der Frage nach, wie authentisch Armut dargestellt werden muss, um mit Spenden "belohnt" zu werden.

So wie der Titel der Schau den Titel des Films "Copie Conforme" paraphrasiert, basiert Handkes Video-Installation auf dem Video "Beggars" von Kutlug Ataman. Handkes "Kopie" ist eine Hommage an den Künstler und fragt gleichzeitig nach der Bedeutung von Urherberrechten in der Kunst heute.

zur Sendereihe

Kultur

Programm

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31

Mehr dazu auf oe1.orf.at

Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick