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Musik

Francesco Cilea: "Adriana Lecouvreur"

Samstag
22. Februar 2014
19:00

Mit Angela Gheorghiu (Adriana Lecouvreur), Elena Zhidkova (Principessa di Bouillon), Massimo Giordano (Maurizio), Roberto Frontali (Michonnet), Raul Gimenez (Abate)
Chor und Orchester der Wiener Staatsoper, Dirigent: Evelino Pido
(Live-Übertragung aus der Wiener Staatsoper in Dolby Digital 5.1 Surround Sound)
Präsentation: Michael Blees

Eine Oper für und um eine Primadonna

Kaum zu glauben, aber wahr: Die 1902 uraufgeführte Oper "Adriana Lecouvreur" von Francesco Cilea, einem jüngeren Zeitgenossen von Giacomo Puccini, ist bisher noch nie an der Wiener Staatsoper gespielt worden und erlebt erst jetzt ihre Erstaufführung an diesem Haus.

Es handelt sich dabei um ein Werk für und um eine Primadonna, denn die mit herrlichen Kantilenen ausgefüllte Titelrolle - einst eine Paradepartie von Renata Tebaldi, Renata Scotto, Montserrat Caballé und Mirella Freni - verlangt eine große Bühnenpersönlichkeit, die eine historische Figur darzustellen hat: Adrienne Lecouvreur, eine gefeierte Schauspielerin Frankreichs im frühen 18. Jahrhundert.

Tragische Heldin

Adrienne Lecouvreur (1692 - 1730) stammte aus einfachen Verhältnissen. Und dennoch gelang es ihr, in die Reihe der ersten Schauspielerinnen ihrer Zeit aufzusteigen - und damit verbunden war auch gesellschaftliche Reputation. An der Comédie Française wurde sie nicht nur als tragische Heldin vergöttert, im privaten Leben standen ihr auch hochrangige Männer nahe, beispielsweise Graf Moritz von Sachsen, ein illegitimer Sohn von August dem Starken. Dieses Liebesverhältnis und die damit einhergehende Rivalität mit einer Herzogin wurden gerüchteweise mit ihrem überraschenden Tod im Alter von nur 38 Jahren in Verbindung gebracht. Die Kirche, der die Schauspielerei als eine verrufene Tätigkeit galt, verweigerte ihr ein christliches Begräbnis; ihr Freund Voltaire beweinte sie in seiner Ode "La Mort de Mademoiselle Lecouvreur".

Inspiration für viele

Ihr Leben, insbesondere ihr von Gerüchten umrankter Tod, war Stoff für mindestens drei Verfilmungen, Walter W. Goetze thematisierte die Liebesgeschichte zwischen ihr und Moritz von Sachsen in einer Operette - und Eugène Scribe brachte sie 1849 in einem tragischen Theaterstück auf die Bühne. Auf diesem wiederum basiert die Oper von Cilea, die erstmals 1902 in Mailand über die Bühne gegangen ist. Nun kommt die schwelgerisch melodienreiche "Adriana Lecouvreur" auch an die Wiener Staatsoper - mit einer führenden Primadonna unserer Zeit, mit Angela Gheorghiu.

Gestaltung: Michael Blees · zur Sendereihe

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