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Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

Freitag
30. Oktober 2015
19:05

1. Der Placebo-Effekt - Ein Hirngespinst, das hilft
2. CO2: Das Treibhausgas als Rohstoff
3. Postsowjetische Erinnerung an Stalinismus und Krieg
4. Nationalismus in der Migrationsforschung

Redaktion und Moderation: Franz Tomandl

1. Der Placebo-Effekt - Ein Hirngespinst, das hilft

Placebos, Scheinmedikamente aus Zucker oder Stärke, kommen zum Einsatz, wenn Pharmafirmen testen wollen, ob ein neu entwickelter Wirkstoff wirklich wirkt. Er muss dann besser abschneiden als das Placebo. Gelingt das nicht, wird das Medikament nicht zugelassen. Darüber hinaus gibt es Forschungen, die sich allein mit der Placebo-Wirkung verschiedener medizinischer Maßnahmen beschäftigen. Warum wirkt eine Pille ohne Wirkstoff manchmal so erstaunlich gut? Das Drumherum einer Behandlung entscheidet mit, ob Patienten wieder gesund werden. Mit Paul Enck: Forschungsleiter, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Tübingen; Gustav Dobos: Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Duisburg-Essen; Robert Jütte: Medizinhistoriker, Mitglied des Vorstands des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart. Autorin: Veronika Bräse.

2. CO2: Das Treibhausgas als Rohstoff

Die meisten Chemieprodukte sind bisher aus Erdöl. Doch irgendwann wird es davon nicht mehr genug geben. Deshalb sucht die Chemieindustrie nach Alternativen und erforscht zum Beispiel pflanzliche Rohstoffe. Und es gibt noch eine interessante Quelle, die unbegrenzt zur Verfügung steht: Kohlendioxid, CO2. Bevor das Treibhausgas aber in Kunststoffe oder Medikamente verwandelt werden kann, gibt es noch einige Probleme zu lösen. Mit Jens Weber, Physikalische Chemie, Hochschule Zittau-Görlitz; Thomas Werner, Leibniz-Institut für Katalyse, Rostock. Autor: Hellmuth Nordwig.

3. Postsowjetische Erinnerung an Stalinismus und Krieg

Geschichte ist ein Feld, auf dem sich nicht nur kritische Forscher betätigen. Für die Vergangenheit interessieren sich seit langem auch politisch Mächtige. Ihnen geht es häufig nicht um neue Erkenntnisse, sie nutzen die Geschichte vielmehr dazu, ihre eigene Position zu legitimieren und zu stärken. Historische Ereignisse werden dabei zu einer beliebig nutzbaren Manipulier-Masse. Geschichte wird laufend umgedeutet. Das ist gerade wieder in Russland der Fall. Dies erläuterte die russische Historikerin Irina Scherbakowa im Rahmen des Vortrags, den sie vor wenigen Tagen im Wiener Wiesenthal-Institut für Holocaust-Studien hielt. Mit Irina Scherbakowa, Historikerin, Moskau. Autorin: Brigitte Voykowitsch.

4. Die "blutenden Grenzen" der Zwischenkriegszeit - Nationalismus in der Migrationsforschung

Das Eigene und das Fremde, Ordnung und Chaos - diese Begriffe bestimmen nicht nur die Migrationsdebatte der Gegenwart. Nach dem Ende der Habsburgermonarchie versuchten einige Bevölkerungs- und Raumforscher ihre Thesen an die neue politische Situation anzupassen. Dabei ging es nicht nur um eine räumliche Abgrenzung zu den neuen Nachbarn. Die Wissenschaft versuchte vor allem ethnische und kulturelle Unterschiede zu definieren. "Die Festung" war in der Zwischenkriegszeit nicht Europa, sondern der deutsche Kulturkreis. Mit der Entwicklung dieser wissenschaftlichen Ansätze und Theorien befasst sich der Historiker Alexander Pinwinkler. Er hat seine Forschungsergebnisse vor kurzem bei der Tagung "Post-Empire. Habsburg-Zentraleuropa und die Genealogien der Gegenwart" an der Akademie der Wissenschaften vorgestellt. Mit: Alexander Pinwinkler, Historiker, Universität Wien und Universität Salzburg. Autorin: Marlene Nowotny.

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