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Dienstag
16. Februar 2016
18:25

Nudging: Wie der Staat seine Bürger erziehen will
Gestaltung: Juliane Nagiller

Wir würden Sie gerne darüber informieren, dass neun von zehn Bürger ihre Steuerschuld pünktlich begleichen.

Menschen handeln oft kurzfristig anders, als sie es langfristig wollen. Sie nehmen die Rolltreppe, obwohl Stiegensteigen gesund ist, greifen zum Schoko-Kuchen als Dessert oder verschieben die Entscheidung über eine Pensionsversicherung auf später.

Smiley auf der Stromrechnung

Stellen Sie sich vor: Sie bekommen ihre Stromrechnung. Sie ist mit einem traurigen Smiley versehen. Ihr Stromverbrauch ist höher als der ihrer Nachbarn. Würde Sie das motivieren mehr Strom zu sparen? Damit das Smiley im kommenden Jahr lächelt?
Experimente in Australien und Großbritannien zeigen: es funktioniert!

Der Staat setzt nun auf Erkenntnisse der Verhaltensökonomie, um seine Bürger zu lenken. So einen sanften Stupser nennt man Nudge. Darunter versteht man Anreize, die das Verhalten von Menschen beeinflussen, ohne dabei auf Gesetze oder Verbote zurückgreifen zu müssen.

Müll am Boden

Stellen Sie sich vor: Sie stehen am Bahnhof. In Ihrer Hand ein Zuckerlpapier. Am Boden sind grüne Pfeile angebracht, die zum nächsten Mülleimer führen. Würden Sie das Papier dann eher in den Eimer werfen anstatt es einfach fallen zu lassen?
Experimente zeigen: Es landet um fast die Hälfte weniger Müll am Boden.

Neben Barack Obama, David Cameron und Angela Merkel hat nun auch die österreichische Bundesregierung ihr eigenes Nudging-Projekt: "Motivierender Staat". Man will die Bürger und Bürgerinnen zu mehr Steuerehrlichkeit, gesünderer Ernährung und umweltbewusstem Verhalten anregen.

Gestaltung: Juliane Nagiller · zur Sendereihe

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