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Mittwoch
13. April 2016
16:55

1. 3D-Drucker-Spionage
2. Chatbots für Facebook-Messenger

Digital.leben

1. 3D-Drucker-Spionage

Kann man hören, was ein 3D-Drucker gerade druckt? Ja, kann man. Das sagen Forscher der Universität Kalifornien. Sie haben eine Methode entdeckt, die anhand der Geräusche und Vibrationen eines herkömmlichen 3D-Druckers erkennen kann, was gerade hergestellt wird. Ein ernstzunehmendes Sicherheitsproblem, wie die Forscher derzeit bei der Internationalen Konferenz für Cyber-physische Systeme in Wien zeigen.

Schicht für Schicht trägt der 3D-Drucker Material auf. Einmal links, zweimal rechts, langsam oder schnell, bis schließlich ein drei-dimensionaler Gegenstand entsteht. Dieser Klang allein könnte nun verraten, was hier gedruckt wird, erklärt der Computerwissenschaftler Mohammad Al Faruque, Professor an der Universität Kalifornien: "Das Druckgeräusch gibt Aufschluss über den Programm-Code, der den Drucker steuert. Im Grunde haben wir einfach diesen Code aus den verschiedenen Klängen rekonstruiert."

Ein Smartphone würde ausreichen, um den Ton aufzunehmen. Mithilfe eines Algorithmus kann die Tonaufnahme dann in eine Druckanleitung übersetzt werden – auch G-Code genannt. Auf diese Weise haben Al Faruque und sein Team beispielsweise einen Schlüssel mit 90 prozentiger Genauigkeit nachbilden können. Das ist ihnen aber nicht genug. Momentan arbeiten die Computerwissenschaftler daran, den Algorithmus zu verbessern und zudem andere Emissionen wie elektromagnetische Bewegungen oder Vibrationen einzufangen, um mehr Informationen über das Gedruckte zu erhalten und es exakt nachbilden zu können.

Aber, letztendlich geht es nicht darum, den Schlüssel genau nachzubauen. Vielmehr lässt sich mit diesen Informationen Industriespionage betreiben. Man hackt sich dabei nicht in die Maschine, um Informationen zu stehlen, sondern entnimmt die Informationen direkt aus den Tönen und Vibrationen. So könnte man Ideen für neue Flugzeugteile, den Produktionsfortschritt von Motoren oder andere Erfindungen ausspionieren, erklärt der US-Forscher. Die Industrie nutzt 3D-Drucker nämlich häufig, um Prototypen herzustellen und Ideen weiterzuentwickeln. Die Geräusche eines 3D Druckers werden so zum Sicherheitsrisiko, weshalb sich auch diverse US-Behörden bereits für die Forschung interessieren, erzählt Al Faruque: "Ein wichtiger Punkt in der digitalen Produktion ist das geistige Eigentum. Man will die Idee schützen, also stellt sich die Frage – auf welche Arten kann man sie stehlen. Am Ende geht es um viel Geld."

3D-Designs werden in Unternehmen meist gut verschlüsselt und auf den Rechnern geschützt gespeichert. Einen Schutz gegen Klang-Spionage gibt es aber derzeit noch nicht, erklärt Al Faruque. Um die Maschinen in Zukunft vor einem Lausch-Angriff zu schützen, empfehlen die Wissenschaftler den Herstellern von 3D Druckern, ein sogenanntes weißes Rauschen in ihre Geräte zu integrieren. So wird es schwer, die ursprünglichen von den künstlichen Geräuschen zu unterscheiden.

Diese weiße Geräuschkulisse könnte sowohl in die Hard- als auch Software eingebaut werden. Alternativ schlägt das Forschungsteam vor, Smartphones und andere Geräte in der Nähe von 3D Druckern zu verbieten. Seine Forschungsergebnisse stellt Al Faruque am Donnerstag auf der Internationalen Konferenz für Cyber-physische Systeme in Wien vor.

Gestaltung: Ruth Hutsteiner

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2. Chatbots für Facebook-Messenger

Facebook will mit seiner Messenger App ab sofort auch Geschäfte machen - und es Nutzern zum Beispiel ermöglichen, über die App Pizza oder Blumen zu bestellen. Und das mit Hilfe von Chat-Robotern. Neu kommt auch die Funktion Facebook-Life. Damit können Nutzer Videos hochladen, egal ob von Hochzeiten oder aktuellen Ereignissen. Wolfgang Stuflesser berichtet aus Los Angeles.

Moderation und Redaktion: Franz Zeller

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