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Musik

Richard Strauss: "Elektra"

Samstag
28. Mai 2016
19:30

Mit Nina Stemme (Elektra), Adrianne Pieczonka (Chrysothemis), Waltraud Meier (Klytämnestra), Eric Owens (Orest), Burkhard Ulrich (Aegisth) u.a.; Chor und Orchester der Metropolitan Opera New York; Dirigent: Esa-Pekka Salonen
(aufgenommen am 30. April in der Metropolitan Opera New York)

Ein Meisterwerk, ein Schlüsselwerk, ein Opern-Wunderwerk des frühen 20. Jahrhunderts: "Elektra" von Richard Strauss - in aktueller Traumbesetzung wiederum auf der Bühne der Metropolitan Opera New York, und ein Riesenerfolg bei Publikum und Presse.

Es hat damit die letzte Opern-Regiearbeit, die Patrice Chéreau noch vollenden konnte, 2013 beim Festival Aix-en-Provence in Frankreich, auch die Met erreicht; engst verbunden ist dieser Produktion von Anbeginn ihr Dirigent, Esa-Pekka Salonen, der auch jetzt wiederum am Pult des Met Orchestra stand.

Das Resultat ließ sogar den hartgesottenen und in seinem Urteil oft sehr harten Anthony Tommasini in der "New York Times" schwärmen: Sogar nach dem Sehen eines Videos aus Aix "hat mich nichts auf die sehrende Intensität, die psychologischen Einblicke und den theatralischen Einfallsreichtum dieser Produktion vorbereitet." Sein Urteil über die Trias der Hauptrollen-Interpretinnen, Nina Stemme, Adrianne Pieczonka und Waltraud Meier fällt ebenso enthusiastisch aus.

Die Produktion als Ganzes will die menschlichen Dimensionen einer berühmt-berüchtigt brutalen Geschichte, nach Sophokles, Dichtung von Hugo von Hofmannsthal, ausloten - das erste Mal übrigens: Hofmannsthal plus Strauss, allerdings kein Hofmannsthal-Original-Libretto, es war vielmehr ein Sprechstück, das der Komponist sah und besiegt war.

So ist Nina Stemme, eine weltweit gefeierte Elektra, aufgefordert, die intimen Momente ihrer Partie auszukosten, und noch stärker soll die Figur der Klytämnestra diesmal den Klischees entkleidet werden. In der ebenfalls seit Aix der Produktion verbundenen Waltraud Meier - in ihrem unglaublichen 40. Opern-Karrierejahr! - ist Elektras mörderische Mutter das Gegenteil einer aus dem letzten Loch pfeifenden Megäre, vielmehr: Eine Frau, bei der stets die Erinnerung an ein einmal, vor langer Zeit, glückliches Familienleben mitschwingt.

Großer Jubel bei alldem auch für das Met-Orchester, dem der selbst als Komponist arrivierte Esa-Pekka Salonen manche von der Norm-Lesart abweichende Tempi und "dramaturgisch" grundierte Neu-Belichtungen des Bekannten abverlangt. Ein großer Abend!

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New York Times - Review: 'Elektra' at the Met Does Full Justice to Strauss's Masterpiece

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