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Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

Donnerstag
20. Oktober 2016
19:05

Kriminalfälle der Wissenschaft (Folge 12)
Vier Schüsse aus einer Browning oder Zweifel an Einstein
Der Fall Adler.
Ein Feature von Armin Stadler

Am 21. Oktober 1916 fallen im Wiener Hotelrestaurant "Meißl & Schadn" vier Schüsse - und der österreichische Ministerpräsident Karl Graf Stürgkh bricht tödlich getroffen zusammen. Der Attentäter ist Friedrich Adler, Sekretär der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Sohn ihres Begründers Victor Adler, Austromarxist und studierter Physiker. Es sind vier Schüsse gegen das absolutistische Machtregime der Habsburgermonarchie und den Wahnwitz des 1. Weltkriegs. Adlers Mordanschlag, der den erlahmten Revolutionsgeist der Linken wachrütteln soll, ist politisch motiviert. Vor Gericht wird seine Tat aber als die eines Geisteskranken dargestellt. Dagegen wehrt sich Adler in seiner Verteidigung, koste ihm das auch sein Leben. Noch in der Untersuchungshaft beginnt er mit Albert Einstein, dem Freund und Kollegen aus Züricher Tagen, einen Briefwechsel über angebliche Widersprüche in der Relativitätstheorie. Wie könnte das Gericht einen Mann, der sich kritisch mit der maßgeblichen Theorie über das Universum auseinandersetzt, in die Irrenanstalt sperren? Zum 100. Jahrestag des Attentats sind die Gerichtsprotokolle neu ediert worden. Eine Rekonstruktion des Polit-Kriminalfalls mit physikalischen Fußnoten.

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