Standort: oe1.ORF.at

Gesellschaft

Hörbilder Spezial

Donnerstag
08. Dezember 2016
10:05

Den Aufhetzern engegentreten, den Feiglingen Mut machen. Porträt der vielseitigen und widerständigen Künstlerin Beatrix Neundlinger. Feature von Eva Schobel

"Alle Leute, die die Beatrix von früher kennen, fragen immer: Was macht deine schöne Schwester?" Über die Nachteile, eine berühmte Schwester zu haben.

Die mit den Liedern der Politrockband "Schmetterlinge" sozialisiert wurden, kennen sie: Als Frontfrau stand Beatrix Neundlinger singend oder flötend auf der Bühne, als die heute legendäre "Proletenpassion" von der permanenten Revolution und einer erhofften besseren Welt erzählte. Damals, in den 70er- und frühen 80er-Jahren erschien diese bessere Welt ja noch nicht ganz unwahrscheinlich. Als ihr Partner, der Vater ihrer beiden Kinder, Willi Resetarits, zum Ostbahnkurti mutierte und die Band 1983 verließ, begann eine lange Phase der Umorientierung.

"Jung waren wir! Mein Gott, lieb!" Der Song Contest-Auftritt 1972.

Neundlinger widmet sich dem Schmetterlings-Kindertheater, betreibt Kreativtraining für Arbeitslose, coacht bevorzugt Frauen. 1995 wird sie zur Mitbegründerin des Integrationshauses in Wien, einem exemplarischen Projekt für Flüchtlinge und Migranten, für das sie sich als Vorstandsmitglied nach wie vor engagiert. Nebenbei hält die stolze Besitzerin eines Pferdes Seminare mit Islandpferde ab. Dabei geht es nicht ums Reiten, sondern um Führung und die Überwindung von Ängsten und Barrieren.

Aber wo bleibt die Musi? Erst seit 2004 steht Beatrix Neundlinger wieder mit einer eigenen Band, "9dlinger & die geringfügig Beschäftigten", auf der Bühne: Mit Texten von Heinz R. Unger, dem Autor der Proletenpassion, von dem im KZ Buchenwald ermordeten Dichter Jura Soyfer, und mit Vertonungen von Gedichten Christine Nöstlingers wird die Tradition des anspruchsvollen politischen Lieds gepflegt.

Nun, kurz vor ihrem ungeliebten 70er sorgt die "9dlinger" erneut für eine Überraschung. Mit dem multimedialen Projekt Zelinski und der gleichnamigen Band soll den Aufhetzern Einhalt geboten und den Feiglingen Mut gemacht werden.

Redaktion: Eva Roither
Ton: Anna Kuncio

"Bis zum Schluss hat sie zurückgeschimpft auf die Trotteln." Als bei einem Konzert in Deutschland Blitzkracher auf der hochschwangeren Beatrix Neundlinger landen.

Ende der Sechzigerjahre, Anfang der Siebzigerjahre: Der Vater von Beatrix Neundlinger filmt ihren Auftritt mit den Milestones im Wiener Volksgarten.

Ende der Sechzigerjahre, Anfang der Siebzigerjahre: Der Vater von Beatrix Neundlinger filmt ihren Auftritt mit den Milestones im Wiener Volksgarten.

Gestaltung: Eva Schobel · zur Sendereihe

Gesellschaft

Programm

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31

Mehr dazu auf oe1.orf.at

Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick