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Salzburger Nachtstudio

Mittwoch
15. Februar 2017
21:00

Die Macht des Wortes in den Medien.
Gestaltung: Elisabeth J. Nöstlinger

"Atem der Demokratie", "die vierte Macht im Staat", "Grundstein der Gesellschaft". Das sind die Zuschreibungen, die mit Medien verbunden werden. Das zu verwirklichen gilt nicht im Internet. Die "Neuen Medien" folgen anderen Regeln. Check, Recheck, Double-Check gilt für sie nicht mehr. Jeder und jede kann im Netz kommunizieren, was er oder sie will. Das schwächt die Glaubwürdigkeit aller Medien und deren Akteur/innen. Was braucht es also für einen Journalismus im Sinne der Aufklärung und welche Medien können sich diesen leisten?

Einer, der sich Zeit seines Lebens neugierig, unabhängig und weltgewandt den Prinzipien des redlichen Journalismus verschrieben hat, wird 90 Jahre alt. Sein Name ist Hugo Portisch. Ein Blick auf seine Initiativen rund um das Rundfunkvolksbegehren im Jahr 1964 schärft den Blick für die Gefahren im Jahr 2017. Denn heute gilt mehr denn je, was Edmund Burke bereits vor 220 Jahren schrieb, das lautet: "Alles was das Böse braucht, um zu triumphieren, ist das Schweigen guter Männer". Heute würde der irisch-britische Staatsphilosoph vielleicht auch die Frauen hinzufügen.

Medienbashing ist in

Dass die Medien die 4. Macht im Staat werden konnten, ist nicht zuletzt ein Verdienst von Hugo Portisch. Als Chefredakteuer der damals größten österreichischen Tageszeitung Kurier initierte er im Jahre 1964 das Rundvolksvolksbegehren. Und somit das erste Volksbegehren der Republik Österreich.

Seit damals sind die Medien in die Krise geraten. Medienbashing ist in, die sogenannte Lügenpresse wird von links und rechts verunglimpft. Das Schmähwort reicht ins 17. Jahrhundert zurück und stand für Propaganda gegen die Aufklärung. Damals kursierten wilde Verschwörungstheorien, wie immer in Zeiten gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Umbrüche.

Der böse Blick auf die Presse

Die Französische Revolution wurde von katholischer Seite den "Illuminaten" zugeschrieben, einen Geheimorden, der angeblich eine Weltbürgerrepublik der Freimaurerei errichten wollte. Gleichzeitig wurde am 26. August 1789 die Pressefreiheit verankert. Zeitungen sonderzahl wurden alsdann gegründet. Meinungsblätter der Revolutionären und deren Gegner kamen in Mode. Das Schmähwort Lügenpresse folgte auf den Fuß.

Im Dunst der Bierzeltdiskussionen hat sich der böse Blick auf die Presse erhalten. Man spricht von Lügensender, Systempresse und Meinungsindustrie. Auch Karl Kraus, der unerbittliche Zeitungskritiker des frühen 20. Jahrhunderts, gab die Schuld an den Katastrophen des 20. Jahrhunderts der Massenpresse.

Wie wohltuend ist die erste Hälfte des Zitates nach Niklas Luhmann. Der Soziologe schrieb, dass wir alles, was wir über unsere Gesellschaft, ja über unsere Welt, in der wir leben, wissen, durch die Medien wissen. Luhmann fügt jedoch hinzu: dass wir den Quellen nicht trauen dürfen.

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