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Gesellschaft

Im Gespräch

Donnerstag
16. Februar 2017
21:00

"Beim Film bin ich Amateur-Schauspieler, Amateur-Regisseur und Amateur-Liebhaber" - Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Josef Hader, Kabarettist, Schauspieler und Regisseur

Josef Hader im Gespräch mit Renata Schmidtkunz

"In Momenten größten Schmerzes ist er unfähig das wem anderen zu sagen."

Dass er einer der herausragenden österreichischen Kabarettisten ist, das wissen wir nach mittlerweile 11 Solo-Programmen – zuletzt eine Überarbeitung des Dauerbrenners "Hader spielt Hader". Dass er ein origineller Schauspieler ist, wissen wir nach unzähligen Spielfilmen. 2016 war er als Stefan Zweig in Maria Schraders Drama "Vor der Morgenröte" zu sehen. Dass er Drehbücher schreiben kann, weiss er und wussten seine Co-Autoren auch schon seit vielen Jahren. Bereits für den Film "Indien" aus dem Jahr 1993 war Josef Hader maßgeblich am Drehbuch beteiligt. Auch alle Brenner-Verfilmungen der Bücher von Wolf Haas profitierten von seiner Mit-Autorenschaft.

Renata Schmidtkunz und Josef Hader

Und nun mal etwas Neues: nicht nur das Drehbuch wollte Josef Hader schreiben, sondern auch Regie führen. Um – wie er sagt – endlich jene Arbeitsbedingungen herzustellen, die er für Schauspieler für geeignet hält. Und, um sich nicht mit einem Regisseur herumstreiten zu müssen. Und, um mal auszuprobieren, ob er ein Gespür und eine Begabung für Bilder hat. Und dann auch noch, weil er, der Kabarettist, der Comedian, eine Geschichte erzählen wollte. Und für einen Film bedeutet das nun einmal, nicht nur das Drehbuch zu schreiben, sondern auch Regie zu führen und im Schneideraum, bei der Mischung und der Fertigstellung dieser Geschichte jenen Charakter zu geben, den man selbst im Kopf hat.

Ein von Radio Ö1 (@oe1) gepostetes Foto am


Herausgekommen ist der Spielfilm "Wilde Maus" – letztes Wochenende hatte er Premiere beim Internationalen Filmfestival BERLINALE. Keine Komödie, sagt Hader, aber auch kein Drama. Etwas irgendwo dazwischen, etwas, das gefährlicher ist als nur eine Komödie.

Die Kritiken waren überwiegend positiv, vor allem das Premieren-Publikum im Berliner Friedrichstadt-Palast war begeistert. Mit den wenigen negativen Kritiken - "Plot zerfasert, Figuren zu seicht, Erwartungen nicht erfüllt" – kann Josef Hader sicherlich leben. Denn immerhin war es seine erste Regiearbeit. Und es ist ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Es kommt vieles zur Sprache: Details zum Film und zu Haders Regiearbeit, seine Liebe zum Kino und zu Bildern seit seiner Kindheit und die prominente Stellung, die klassische Musik in seinem Leben einnimmt. Immerhin geht es in "Wilde Maus" ja um einen arbeitslos gewordenen Musik-Journalisten mittleren Alters und die Krise, in die er schlittert.

Gestaltung: Renata Schmidtkunz · zur Sendereihe

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