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Gesellschaft

Da capo: Ambiente

Dienstag
28. Februar 2017
16:00

Reisen mit Ö1. Reisemagazin, u.a. mit: "Desfile de las Llamadas" und "Desfile de Carnaval". Schwarzer und weißer Karneval in Montevideo, akustisch dokumentiert von Ursula Burkert; Petersburg 1917: Auf den Spuren der Revolution. Von Brigitte Voykowitsch
Redaktion: Ursula Burkert

Er gilt als der längste der Welt und wird zwar nicht ganz so exzessiv wie in Brasilien, aber doch sehr intensiv gefeiert: der Karneval in Montevideo. "Desfile de las Llamadas" - die "Parade der Rufe"- findet in den Stadtvierteln Sur und Palermo statt. Unzählige Candombe-Gruppen - sogenannte Comparsas - versammeln sich am frühen Abend und ziehen dann trommelnd, tanzend und fahnenschwingend durch die Straßen. Jede Gruppe hat ihren eigenen Rhythmus entwickelt, er ist eine Art akustische Visitenkarte.

Dieser "schwarze" Karneval hat seine Wurzeln in Afrika, denn etwa 6 Prozent der Bevölkerung Uruguays sind Nachfahren afrikanischer Sklaven. Der Ruf der Trommeln war einst das Verständigungsmittel, das die weißen Herren nicht zu deuten verstanden. Die Hauptakteure des weißen Karneval, dessen Höhepunkt beim "Desfile de Carnaval" bei der großen Karnevalsparade auf der Avenida des 18. Julio zelebriert wird, sind die sogenannten Murgas. Bunt verkleidet üben die meist männlichen Mitglieder dieser Karnevals-Cliquen schon während des ganzen Karnevals auf den sogenannten "Tablados" satirische Sozialkritik in Karnevalsreden und Liedern. Während der Militärjunta in Uruguay entwickelten sie eine besondere Kunst, auch politische Kritik zwischen den Zeilen anzubringen. Gemeinsam mit den "Humoristas", "Parodistas" und "Revistas" und Tanzgruppen in prächtigen Kostümen defilieren sie beim großen Finale durch Montevideo.

Bürgerkrieg, Weltkrieg, 70 Jahre Sowjetunion und 25 Jahre postsowjetischer Entwicklungen haben das Gesicht von St. Petersburg verändert. Schon die verschiedenen Namenswechsel von Petersburg über Petrograd und Leningrad zurück zu Petersburg dokumentieren die ideologischen Verwerfungen der letzten 100 Jahre in der Stadt. An zentrale Schauplätze der Revolution kann man sich aber bis heute begeben, darunter die Industrieviertel, wo die Arbeiter mit ihren Massenkundgebungen begannen, die als Auslöser der Februarrevolution gelten; die letzten Aufenthaltsorte des Zaren, bevor er abdankte; der Bahnhof, an dem Valdimir Iljitsch Lenin - erst nach der Februarrevolution - aus dem Schweizer Exil ankam sowie die Wohnung seiner Schwester, in der er Unterkunft fand. Das Kriegsschiff Aurora, von dem aus die entscheidenden Schüsse der Oktoberrevolution abgefeuert wurden, ist aufwendig restauriert worden. Und im Winterpalast erinnert eine Gedenktafel an den Moment, als die Bolschewiken die Mitglieder der Provisorischen Regierung festnahmen. Auch den ersten Amtssitz der neuen bolschewistischen Regierung kann man besuchen.

Petersburg

Gestaltung: Ursula Burkert, Brigitte Voykowitsch · zur Sendereihe

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