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Radiokolleg - Erhebt euch, schuftende Massen!

Donnerstag
02. März 2017
09:45

Die Musik der russischen Revolution (4).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Die Industriearbeiter in St. Petersburg gaben mit ihren Massenstreiks im Februar 1917 den unmittelbaren Anstoß zur russischen Revolution und dem Ende des Zarenreichs. Bei den Kundgebungen sangen sie Berichten zufolge die Internationale, die Marseillaise, aber auch Arbeiterlieder aus den vorrevolutionären Kämpfen wie "Das rote Banner" oder "Kameraden, haltet mutig den Schritt". Bereits unmittelbar nach dem politischen Umsturz zeigte sich allerdings, dass die Vorstellungen von einer wahrhaft proletarischen, sozialistischen oder sowjetischen Kultur weit auseinander gingen.

Die 1920er Jahre waren gekennzeichnet von intensiven Richtungsstreits zwischen radikalen Organisationen wie Proletkult und RAPM, der Russischen Vereinigung proletarischer Musiker, auf der einen Seite und sogenannten bürgerlichen und Avantgarde-Künstlern auf der anderen Seite. Führende Vertreter der neuen Sowjetmacht, allen voran Lenin und Stalin, lehnten die avantgardistischen Experimente ab, auch Kompositionen, die gezielt Industriegeräusche aufgriffen - wie etwa eine Sirenen-Symphonie - fanden keinen Gefallen bei den Mächtigen. 1932 wurde dann der sozialistische Realismus als verpflichtend verordnet. Es blieb die Frage, was das für eine rein instrumentelle Musik bedeutet.

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