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Sonntag
05. März 2017
10:05

Reisen mit Ö1. Ambiente Spezial: Am Schnittpunkt der Kulturen - Ostgalizien und Bukowina. Eine Ö1 Studienreise, dokumentiert von Brigitte Voykowitsch.
Redaktion: Ursula Burkert

Ostgalizien und Bukowina: Aus österreichischer Sicht sind diese beiden Regionen, die heute in der Ukraine liegen, vor allem mit der Habsburger-Monarchie verbunden. Doch ihre Geschichte reicht natürlich viel weiter zurück. Das lässt sich bereits an der Architektur des Lemberger Stadtzentrums ablesen. Prächtige Renaissance-Bauten zieren den Marktplatz, darunter der Korniakt-Palast, der eine Zeitlang dem polnischen König Jan III. Sobieski gehörte. Schließlich stand Galizien vom 14. bis zum 18. Jahrhundert unter polnischer Vorherrschaft. Erbaut wurde der Palast für den Kaufmann Konstanty Korniakt.

Er war einer von zahlreichen Unternehmern, die dank der bedeutenden Rolle Lembergs als Handelsplatz zu Wohlstand gelangten. Neben Krakau, Vilnius und Warschau entwickelte sich Lemberg (L'viv auf Ukrainisch, L'vov auf Polnisch) auch zu einem kulturellen Zentrum des polnisch-litauischen Großreichs. Die Bauten aus der Habsburger Zeit prägen vor allem die Viertel um den alten Stadtkern.

Das Museum in dem unweit von Lemberg gelegenen Ort Halytsch gibt einen Einblick in die Geschichte. Die Erinnerung an die Habsburger wird noch bei den Huzulen, einer in den Karpaten lebenden Volksgruppe, mit diversen Anekdoten lebendig gehalten. In Kolomea gibt es neben dem Huzulen-Museum auch ein Stadtmuseum, das mit Fotos und anderen Exponaten dran erinnert, dass hier Karl I eine Zeitlang in der Armee diente und auch Kaiser Franz-Joseph der Region einen Besuch abstattete. Unter seiner Herrschaft wurde auch das Bahnnetz ausgebaut. Zum 150-Jahres-Jubiläum der Eröffnung der Bahnlinie Lemberg-Chernowitz wurde im September 2016 eine alte Dampflok auf Fahrt geschickt und deren Ankunft in Czernowitz mit Volkstänzen und Musik gefeiert.

Rund 270 Kilometer liegen Lemberg und Czernowitz voneinander entfernt. Was sie und die ganze Region miteinander verbindet, ist die einst überaus lebendige und reiche jüdische Kultur und die tragische Geschichte der Juden im 20. Jahrhundert. Und doch unterscheiden sich die beiden Städte historisch, kulturell und sprachlich markant voneinander. Denn Ostgalizien und die Bukowina zählen zu jenen europäischen Regionen, in denen nationale und linguistische Zugehörigkeiten besonders häufig wechselten und Grenzen verschoben wurden, wodurch sich viele unterschiedliche Mikrokosmen entwickelten.

Gestaltung: Brigitte Voykowitsch · zur Sendereihe

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