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Kultur
Nebenan: Libanon

Ex libris

Sonntag
12. März 2017
16:00

Bücher, Menschen, Themen. Mit Romanen von Julian Barnes, Hans Henny Jahnn, Iman Humaidan und einem Porträt von H.P. Lovecrafts (80. Todestag am 15.3.)
Moderation: Nicole Dietrich

Buchladen im Beiruter Stadtteil Hamra.

Traum und Trauma

Ein Mann, ein Nicht-Held namens Perrudja, wie ihn sein Schöpfer, der Hamburger Autor Hans Henny Jahnn in seinem gleichnamigen Roman von 1929 nennt, stellt in der norwegischen Bergeinsamkeit Fragen an die Schöpfung, Liebe und Sexualität. Keine leichte Kost. Der Kärntner Schriftsteller Josef Winkler ist ein Bewunderer von Hans Henny Jahnn und wird seine Hingabe für diesen modernen Sprachschöpfer, Gottessucher und Experimentiergeist erläutern.

Hans Henny Jahnn, "Perrudja", Hoffmann & Campe Verlag

Der Mythologe des Grauens

H.P. Lovecraft, der Großmeister der Horrorliteratur: Nach ihm benannte sich nicht nur eine psychodelische Rockband. Er stieß mit seinen abseitigen Geschichten in die Sphären der Bewusstseinsveränderung vor, in Welten voll schwarzer Magie, Voodoo, Stonehenge, Hexenjagd und Zyklopen. Anlässlich seines 80. Todestags am 15. März porträtieren wir den "Sexmuffel und Horrorgott", (wie "Der Spiegel" den Kultautor einmal bezeichnet hat). Allerdings nicht solo sondern im infernalischen Gespann mit seinem Übersetzer H.C. Artmann.

Zerrissene Biografien

Der Horror ist kein Spiel der Fantasie allein. In Bürgerkriegsländern wie Syrien und dem Libanon ist er real. Drei Frauenschicksale, drei Länder im Nahen Osten, patriarchale Strukturen, traumatische Kriegs- und Emigrationserfahrungen hat die libanesische Schriftstellerin Iman Humaidan in ihrem vierten Roman "Fünfzig Gramm Paradies" miteinander verwoben.

Iman Humaidan, "Fünfzig Gramm Paradies", Lenos Verlag (Übersetzung: Regina Karachouli)

Don Juan mit Bluthochdruck

Bissig, flapsig und doch zielsicher. So legt sich Doris Knecht in ihrem neuen Roman "Alles über Beziehungen" mit der Spezies "sexbesessener Verführer" an und sie lässt dabei auch seine weiblichen Gespielinnen nicht immer gut aussehen. Moderne Beziehungen fordern eben moralische und sinnliche Elastizität.

Doris Knecht, "Alles über Beziehungen", Rowohlt Berlin

Wenn Kunst und Politik kollidieren ...

... so wie im Leben und Werk von Dmitri Schostakowitsch. Vom Komponisten und vom Mann, der vom Konflikt zwischen Kunst und Macht aufgerieben wird, davon ist der britische Autor Julian Barnes laut eigener Aussage besessen gewesen. Deshalb hat er Schostakowitsch seinen aktuellen Roman "Der Lärm der Zeit" gewidmet. Im Werk von Julian Barnes sind Künstlerbiografien als Erzählstoff keine Seltenheit: Auch mit Gustave Flaubert, Théodore Géricault oder Arthur Conan Doyle hat er sich bereits beschäftigt.

Julian Barnes, "Der Lärm der Zeit", Roman, Verlag Kiepenheuer & Witsch (Übersetzung: Gertraude Krueger)

Was ich lese

... bzw. vorlese. Das wird uns der Kabarettist Hosea Ratschiller in seiner Lektüreempfehlung näher ausführen. Auf dem Nachtkastl seiner Tochter liegt ein legendäres Kinderbuch von Astrid Lindgren, dessen Titelheldin mit ihrem Mut bis heute packt und inspiriert. Sie hat verfilztes schwarzes, nicht rotes Haar, soviel sei verraten.

Gestaltung: Nicole Dietrich · zur Sendereihe

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