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Musik

Ö1 bis zwei - le week-end

Samstag
18. März 2017
13:00

Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib.
Work Life Balance - Die zwölf Aufgaben des Herkules

"Bei diesem Löwen wird sogar Herkules schwach."

Mit Musik von Antonio Vivaldi, Franz Zappa, Gaetano Veloso, Franz Liszt, Edgar Varèse, Louis Armstrong und anderen

Er ist einer, der seinen kritischen Musiklehrer mit der Leier erschlug. Aber das ist bei weitem nicht die berühmteste Tat des Herkules, der ziemlich viel zu tun hatte in seinem komplizierten Heroenalltag.

Wir nehmen die Work Life Balance des Herakles etwas genauer unter die Lupe, der zwölf Aufgaben zu bewältigen hatte, bevor er in den Olymp aufgenommen wurde.

Aufregende Reise

Und Antonio Vivaldi verschaffte dem muskelbepackten Sohn des Zeus einen kräftigen Auftritt. "Ercole sul Termodonte" heißt jene vom Barockspezialisten Fabio Biondi rekonstruierte Oper von Antonio Vivaldi, die uns auf eine, wie die Ouvertüre schon andeutet, ziemlich aufregende Reise von Herkules und seiner Mannschaft zur Amazonenkönigin und ihrer Frauschaft mitnimmt.

Das ist ja bloß eine der legendären zwölf Aufgaben, die Herkules zu lösen hat: Er muss der Amazonenkönigin den Gürtel, das "Wehrgehänge", rauben. Dabei geraten die Männer in eine ganze Menge Turbulenzen, von denen - zumindest in Vivaldis Oper - die kriegerischen sich fast harmlos ausnehmen im Vergleich zu den Turbulenzen der Liebe.

Herkules bei der Amazonenkönigin: Ein besonders krasser Fall einer aus den Fugen geratenen Work Live Balance und deswegen in "le week-end" diesmal der rote Faden.

Zeus als Amphitryon

Wir aber blenden vorerst noch zurück. Herkules' - oder sagen wir in diesem Fall jetzt wirklich Herakles' - Leben begann ja gleich mit einem besonders fiesen Trick seines Vaters Zeus. Um bei Alkmene im Bett zu landen, taucht Zeus nächtens als ihr Ehemann auf. Wenn Alkmene von ihrem Liebhaber träumt, weiß sie also nicht einmal, dass sie ihren Mann Amphitryon betrügt.

Zeus' nächtlicher Besuch bei Alkmene war mehr als ein Traum und Herakles war die Folge. Wer so gezeugt wird, hat kein ruhiges Leben vor sich: Gleich mal wird das Baby ausgesetzt, aber dann von Hera - ohne dass diese weiß, wer das Baby ist - von Hera gestillt, wobei der kleine aber von Beginn an wohl äußerst kräftige Herakles so ungestüm nuckelt, dass Heras göttliche Muttermilch über den Himmel spritzt: Dieses Missgeschick sehen wir bis heute des nächtens als Milchstraße leuchten. Hera aber wurde aus Wut über den Ehebruch ihres Gatten zur lebenslangen Feindin des Herakles.

Verzögerte Geburt

Mit einem Trick, nämlich seiner verzögerten Geburt, sorgte sie zuerst dafür, dass Herakles nicht wie geplant als Erstgeborener seiner Dynastie zukünftiger Herrscher von Mykene werden konnte. Ebendiesem grad vor ihm geborenen Cousin Eurystheus war er dann Untertan, und für den musste er die berühmten zwölf Aufgaben erfüllen.

Hera hatte für den erst achtmonatigen Bengel noch eine todbringend gemeinte Überraschung bereit: Sie schickte ihm und seinem Bruder zwei Schlangen ins Schlafgemach. Aber dort wurden aus Tätern Opfer: Nicht die Schlagen erwürgten Herakles, sondern Herakles die Schlangen. Und das obwohl er das Baby war, und nicht die Schlagen.

Mit der Leier erschlagen

Nachdem Herakles den Angriff der Baby Snakes pariert hatte, wuchs er im Haus seines Ziehvaters auf, und lernte alles, was man als Mitglied der griechischen Upperclass können musste, von Pferdewägen leiten bis Leier spielen. Letzteres überlebte leider sein Musiklehrer nicht. Herakles war und blieb nicht nur betont kräftig, sondern auch betont jähzornig.

Wie es genau dazu kam, dass Herkules schlussendlich für seinen Cousin die zwölf Aufgaben erfüllen musste, die seine Work Life Balance mehrmals an den Rand des Zusammenbruchs brachten, lassen wir jetzt aus Zeitgründen beiseite. Aber einige der Heldentaten wollen wir erwähnen: Mehrmals musste er sich mit wilden Tieren herumschlagen, mit einem Löwen, einer Hirschkuh, einem Eber, einem Stier, menschenfressenden Pferden, schlussendlich sogar mit dem Höllenhund Zerberus.

Zwölf ziemlich schwierige Aufgaben waren das, aber die alten Griechen wussten genau, wie ein Märchen zu enden hat. Herakles wurde belohnt mit der Aufnahme in den Olymp.

Gestaltung: Elke Tschaikner , Christian Scheib · zur Sendereihe

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