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Musik

Apropos Musik

Mittwoch
22. März 2017
15:05

mit Renate Burtscher. Koloraturen. Färben im Interpretationsvergleich.

Für die Königin der Kehlgeläufigkeit, für Edita Gruberová, sind die schnellen Läufe hinauf und hinunter etwas Irreales, die aber nur dann einen Sinn ergeben, wenn die Sängerin die Koloraturen mit Leben erfüllen kann. Die Geschichte der Koloratur ist vom Gegensatz zwischen einer nur der Virtuosität und einer auch der Dramatik dienenden Verzierung bestimmt. Dies kommt bei Mozarts "Zauberflöte" sowie in der "Entführung aus dem Serail" zum Ausdruck: zum einen wollte er der geläufigen "Gurgel" einer Sängerin wie Aloysia Weber Genüge tun, zum anderen dienen die Koloraturen im Gesang der Königin der Nacht dem Ausdruck und der Charakterisierung der Rolle.

Zunächst war das Färben, das atemberaubend leichte Verzieren von Melodien nicht verpflichtend, erst Francesco Cavalli legte die Koloraturen als einen notwendigen Bestandteil der Arie in der italienischen Oper fest. Ein Komponist wie Rossini schrieb seinen Primadonnen wohl auch deshalb die Koloraturen vor, d.h. notierte sie verbindlich, um der teilweise ausufernden Improvisationspraxis seiner Sängerinnen entgegenzuwirken. Was macht sie aus, die Kunst der Koloratur, was für Frauentypen sind es, die durch sie charakterisiert werden und in welcher Stimmungslage treffen wir sie an, wenn sie Koloraturen singen?

Gestaltung: Renate Burtscher · zur Sendereihe

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