Standort: oe1.ORF.at

Musik

Ö1 bis zwei - le week-end

Samstag
22. April 2017
13:00

Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib. Cirrus, Stratus, Cumulus - Eine Wolkenkunde

Mit Musik von Charles Mingus, Franz Liszt, Helmut Lachenmann, György Ligeti, Arthur Russell, Les Paul and Mary Ford, Henry Purcell und anderen.

Eine ganze Stunde lang wenden wir unseren Blick gen Himmel, Regenbögen und Sonnenschein werden wir sehen, aber vor allem Wolken, kleine und zarte, dunkle und unheilverkündende, flächendeckende und metaphorische.

Eine ganze Stunde lang wenden wir unseren Blick gen Himmel, Regenbögen und Sonnenschein werden wir sehen, aber vor allem Wolken, kleine und zarte, dunkle und unheilverkündende, flächendeckende und metaphorische.

Chopins Klavier

Eine Wolke lässt Frederic Chopin über den Himmel schweben. Und es ist tatsächlich eine historische Wolke - entgegen allen "Ephemerens" des tatsächlichen Wolkendaseins. Das Klavier wurde 1847 gebaut. Gekauft wurde es damals von einer Schülerin und Gönnerin Frederic Chopins. Er selbst hat in Schottland darauf gespielt, und hundert Jahre später inszenierte der Polnische Rundfunk ein "Re-Enactment".

Berceuse in Des-Dur

1948 im Radiostudio in Warschau, einige wenige Gäste sind anwesend, und der Pianist Raul Koczalski spielt eine Berceuse. Die linke Hand in unberührter Ruhe, die rechte Hand vorerst ebenfalls unauffällig, aber es zahlt sich aus, eine Minute lang hörend zu warten, um den folgenden wolkigen Höhenflug zu genießen, um aufmerksam dieses zauberhafte historische Gespinst wolkenhafter Freiheit in Zartheit und Artikulation zu hören. Eine Wolke als Berceuse in der selten zu hörenden Tonart Des-Dur.

Musikfähige Aggregatszustände

Aber auch das 20. Jahrhundert beobachtete gerne Wolken, vielleicht sogar mehr denn je. Bloße Aggregatszustände wurden musikfähig, einem irisierenden Schweben und Gleiten wurde erzählerische Kraft zugestanden. "Clocks and Clouds" nannte György Ligeti eine seiner Geschichten über geordnete und vorgeblich chaotische Aggregatszustände, seine schönste "Cloud" ist aber vielleicht die Erkundung der Atmosphäre schlechthin, seine legendären "Atmosphères" aus 1961. Ein Orchester als flüchtige Verkörperung der Zartheit einer Wolke.

Wolke 7 & Wolke 9

Und mit diesem Flirren im Rücken landen wir sicher und schnurstracks auf der berühmten Wolke Nummer 7. Doch Achtung - auf dem Weg zum sprichwörtlichen Glück sind bekanntlich immer kleine Fallen eingebaut. Hier ist es eine numerische Falle: Im Englischen ist nämlich der Zustand höchsten Glücksgefühls nicht auf der 7er Wolke zu finden sondern auf Wolke Nummer 9. Und auf der empfangen uns die Avantgarde-Popkünstler Ryuichi Sakamoto und David Sylvian. Zwei, die mit wenig Worten viel versprechen: nämlich "Happiness to the ending of time". Willkommen auf Cloud Number 9.

Gestaltung: Elke Tschaikner , Christian Scheib · zur Sendereihe

Musik

Programm

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
     

Mehr dazu auf oe1.orf.at

Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick