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Musik
Oper

Jules Massenet: "Werther"

Samstag
22. April 2017
19:30

Mit Ludovic Tézier (Werther), Adrian Eröd (Albert), Sophie Koch (Charlotte), Alexandru Moisiuc (Le Bailli), Maria Nazarova (Sophie), Peter Jelosits (Schmidt), Marcus Pelz (Johann)

Chor und Orchester der Wiener Staatsoper; Dirigent: Frédéric Chaslin
(aufgenommen am 28. und 31. März 2017 in der Wiener Staatsoper)
Präsentation: Gerhard Hafner

"Werther" von Jules Massenet gilt als zentrales Erfolgswerk der spätromantischen französischen Opernliteratur. Uraufgeführt wurde dieses Drame lyrique nach Johann Wolfgang von Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" jedoch nicht in Paris und auch nicht in französischer Sprache, sondern in deutscher Übersetzung an der Wiener Hofoper im Februar 1892.

Für Paris ungeeignet

Dieser ungewöhnliche Umstand hatte mehrere Gründe: zum einen die Ablehnung des Werkes durch Léon Carvalho, den Direktor der Pariser Opéra-Comique. Für diese Bühne, an der bereits Massenets "Manon" ihre Weltpremiere erlebt hatte, war das Werk vorgesehen gewesen; allerdings erschien Carvalho das Sujet der düsteren Grundfarbe und der tragisch verlaufenden Liebesbeziehung zwischen dem Titelhelden und der mit einem anderen verheirateten Charlotte wegen als ungeeignet für sein Haus. Nach dem verheerenden Brand der Opéra-Comique im Mai 1887 waren ohnehin jegliche Überlegungen um Massenets neues Opus hinfällig.

1892 in Wien uraufgeführt

Der Komponist widmete sich anderen Projekten, sein "Werther" blieb erst einmal liegen. Einige Jahre später, 1890, wurde Massenets "Manon" in Wien mit immensem Erfolg erstaufgeführt. 1892 kam es zur deutschsprachigen Uraufführung der Oper nach Goethe an der Wiener Hofoper. Noch im selben Jahr ging in Genf die Oper in der Originalsprache über die Bühne - und 1893 hielt das Werk auch in das Pariser Opernrepertoire Einzug.

Umgeschrieben für Bariton

Seither gilt "Werther" als eine der bedeutendsten Opern der französischen Spätromantik - und als Paradestück für ausdrucksstarke lyrische Tenöre. Erstaunlicherweise erstellte der Komponist selbst auch eine Fassung für einen Bariton in der Titelrolle - auf Wunsch des legendären Mattia Battistini. Für ihn schrieb Massenet 1902 die Titelpartie um, wobei er aber nicht die Tenorpassagen einfach in die Baritonlage transponierte. Am tonalen Gefüge der Oper wurde nichts verändert; nur die Gesangslinien der Titelrolle wurden angepasst, tiefer gesetzt oder in der Melodieführung verändert.

Ludovic Tézier in der Titelpartie

In der jüngeren Vergangenheit haben Baritone wie Thomas Hampson und Ludovic Tézier diese Version zur Aufführung gebracht - und der Bariton aus Frankreich wird auch in dieser Fassung zu erleben sein, wenn die Wiener Staatsoper "Werther" im März und April präsentiert, im Jahr des 125. Jahrestages der Wiener Uraufführung.

Gestaltung: Michael Blees · zur Sendereihe

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