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Ö1 Spielräume im MQ

Zu einem Open-Air-Konzert der Sonderklasse luden die "Spielräume" am 24. September, als im MuseumsQuartier Wien beim "Summer of Sounds" Georg Breinschmid, Willi Resetarits, Die Strottern, Matthias Schorn und der finnische Tangopianist Jarkko Riihimäki gemeinsam musizierten.

Vor nunmehr fast 20 Jahren wurden die Ö1 "Spielräume" im Programm von Radio Österreich 1 als Hörfenster für alles abseits der sogenannten klassischen Musik eingerichtet. Die Sendereihe entpuppte sich dabei bald zum viel besuchten und hoch geschätzten Hörort für Jazz, Blues, World, Pop oder traditionelle Musik.

Was also passiert, wenn ein einzigartiges Wienerliedduo, ein Kontrabassist aller Klassen, ein Wiener Philharmoniker mit Lust am stilistischen Ausscheren, ein finnischer Tangopianist und Arrangeur und einer der profiliertesten Song-Interpreten Österreichs gemeinsam musizieren? Dies konnten Sie am 24. September ab 19:30 Uhr live im MQ miterleben.

Schön war's

Für alle, denen schon ein wenig kalt sei, habe er einen "Trost", ließ Willi Resetarits das Publikum wissen: "Das ist erst der Anfang!" und es werde noch viel kälter in diesem Herbst... Worauf die Band ein dunkles Herbstgedicht von HC Artmann in wundervollem Arrangement im zentralen Hof des Museumsquartiers erschallen ließ, das trotz der Ansage allen die Herzen wärmte, wie überhaupt der ganze Abend.

Es trafen ja auch, passend zum Untertitel der Ö1-Sendung "Spielräume", sechs Kapazunder der "Musik aus allen Richtungen" aufeinander: Georg Breinschmied ließ mit trickreichem gleichwie gefühlvollem Bassspiel 5 gerade sein (u.a. in seinem Stück "5/4").

Klarinettist Matthias Schorn blieb als leidenschaftlicher Improvisator nichts schuldig. Jarkko Riihimäki, finnischer Legionär aus Berlin, hatte mit Schorn für dessen Festival Palmklang die ursprünglichen Bearbeitungen gemacht, und brachte nebst virtuosem Klavierspiel auch eine finnische (!) Gstanzl-Strophe vor.

Willi Resetarits bewies, dass seine reife Stimme auch im klassischen Setting überzeugt. Seelenmassage war das, natürlich unter beträchlichem Mitwirken der Strottern, deren Gitarrist David Müller (die schönste zweite Stimme des Abends) auch noch die Säge heulen ließ.

Klemens Lendl schließlich, der zweite Strotter, brachte feinstgedrechselte Verse und Moderationen vor, und geigte uns alle heim.

Man gab also das Beste - denn auch bei freiem Eintritt will das Publikum gewonnen werden. Dies gelang. Alle waren glücklich.

Text: Albert Hosp

25.09.2014

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