Michaela Girardi, Geigerin

Von ihrer Familie wurde sie sehr gefördert, mit zehn gab sie bereits ihr erstes Konzert: Michaela Girardi, gebürtige Salzburgerin, Jahrgang 1980, die am Mozarteum Violine studiert. Derzeit ist sie Schülerin von Shmuel Ashkenasi. Und tritt als Solistin auf.

Michaela Girardi spielt Paganini, Strawinsky und Milhaud

"Ich habe eine Volksschule mit Musikschwerpunkt besucht, wo man neben der Blockflöte noch ein zweites Instrument erlernen musste. Und so habe ich mit der Geige begonnen. Meine Lehrerin merkte, dass ich ein gutes Gehör und Talent habe. Dazu kam, dass ich sehr gerne gelernt und große Freude mit dem Geigenspiel hatte. Schließlich haben alle gesagt: Du musst bei der Musik bleiben, das liegt dir. Meine erste Geigenlehrerin meinte, ich müsse in einem früheren Leben Geigerin gewesen sein - denn es hat vom ersten Moment an funktioniert. Schließlich habe ich mit 14 die Aufnahmeprüfung am Mozarteum gemacht", erzählt Michaela Girardi, Jahrgang 1980, gebürtige Salzburgerin, die an der Salzburger Universität Mozarteum bei Paul Roczek Violine studiert und im kommenden Sommer abschließen wird.

Ihr erstes Konzert gab die begabte Geigerin bereits mit zehn - denn sie hatte den ersten Preis beim Wettbewerb "Jugend für Mozart" gewonnen und spielte damals mit dem Salzburger Sinfonieorchester Mozarts Violinkonzert KV 211: "Das Konzert in der Großen Aula war damals schon sehr aufregend für mich, aber ich war nicht nervös. Eigentlich habe ich es genossen, dort zu stehen und zu spielen", erzählt die junge Künstlerin mit dem berühmten Namen. "Der Großvater von Alexander Girardi und mein Ururur-Großvater dürften miteinander verwandt gewesen sein", erklärt sie die verwandtschaftliche Verbindung zu dem großen Volksschauspieler.

Vorbilder von Heifetz bis Kremer

Zu Girardis Vorbildern aus der Vergangenheit zählen die "ganz großen Persönlichkeiten" Jascha Heifetz und David Ositrach. Und von den zeitgenössischen Geigern sind es Yitzjak Perlman und Gidon Kremer:

"Bei Perlman ist es diese Wärme im Ton, ja sein Gesamtbild. Und bei Kremer ist es seine Offenheit, musikalisches auszuprobieren, mit Klangfarben zu experimentieren und alle Möglichkeiten auszuschöpfen", so die Nachwuchsgeigerin.

Derzeit Studium bei Ashkenasi

Nach ausgezeichnetem Abschluss des ersten Studienabschnitts erhielt Michaela Girardi im Jahr 2000 ein Stipendium für die Indiana University in den USA und studierte bei Mauricio Fuks. "Es war ungemein wichtig für mich, wenn ich zurückdenke, sowohl für die persönliche als auch für die musikalische Entwicklung. In dieser Zeit wurde mir bewusst, was ich will." Denn nicht alles, was sie in den USA kennen lernt, gefällt ihr: "Man spielt dort mit viel größerem Ton und Vibrato, alles muss perfekt sein. Und es ist schwierig, etwas individuell zu gestalten. Bei uns lässt man den Studenten doch mehr Freiraum, wenn etwas nicht grundlegend musikalisch falsches ist."

Nach ihrer Rückkehr setzte sie ihr Studium bei Paul Roczek fort und arbeitete in seiner Klasse als Studienassistentin für Kammermusik. Seit dem Vorjahr hat sie ein Auslandsstipendium der Rotary Foundation und studiert derzeit bei Shmuel Ashkenasi an der Musikhochschule Lübeck.

Renommierte Preise

Kein Wunder, dass die fleißige Nachwuchsgeigerin mit zahlreichen Preisen bei nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet wurde:

So u.a. mit jeweils dem 1. Preis bei Jugend musiziert, bei Prima la Musica sowie beim Alpe Adria/Gorizia sowie den jeweils 3.Preis bei Gradus ad Parnassum sowie beim Internationalen Johannes Brahms Wettbewerb Pörtschach. 1997 erhielt sie den Christa-Richter-Steiner-Preis des Vereins der Freunde und Förderer der Hochschule Mozarteum Salzburg.

Zahlreiche Konzert-Auftritte

Seit ihrem ersten Auftreten hat Michaela Girardi bereits erfolgreich zahlreiche Solo-Konzerte absolviert, so u.a. mit dem Mozarteum Orchester Salzburg, der Jungen Philharmonie Salzburg, den Salzburger Musici, der Jungen Philharmonie Wien, dem Philharmonischen Orchester Bad Reichenhall, der Nizhny Novgorod Philharmonie, dem Orchestra giovanile "Alpe Adria“ und der Salzburger Kammerphilharmonie.

"... Die Salzburger Geigerin Michaela Girardi interpretierte dabei die 'Schottische Fantasie' von Max Bruch mit warmem und blühendem, aber auch kraftvollem Ton so rundherum überzeugend, dass auch das Orchester in den Beifall einstimmte", lautete die hervorragende Rezension der OÖ. Nachrichten über das Konzert der jungen Geigerin im vergangenen Oktober mit dem Bruckner Orchester in Linz.

Eigenes Trio, Strings and Percussion, Barock-Ensemble

Vor drei Jahren hat die engagierte Geigerin das Trio Tombre und mit dem Schlagzeuger Martin Grubinger das Ensemble Strings and Percussion gegründet, das eine rege Konzerttätigkeit pflegt und bereits in so renommierten Häusern wie der Berliner Philharmonie und dem Wiener Konzerthaus aufgetreten ist. Und auch ein Barock-Ensemble hat sie vor kurzem initiiert, das jüngst in Frankfurt ein Konzert gab.

"Das Trio, das aus Klavier, Klarinette und Violine besteht, ist entstanden, weil ich an neuer Musik sehr interessiert bin. Es gibt da sehr viel Literatur von Bartok bis Gottfried von Einem. Derzeit verhandeln wir über Konzerte in Köln. Das Ensemble 'Strings und Percussion', das in der Grundbesetzung aus fünf Musikern besteht, widmet sich vor allem dem Jazz", erläutert Girardi.

Wunsch: Kammermusikerin und Solistin

Wie sehen die Zukunfts-Pläne und Wünsche der erfolgreichen und gefragten Geigerin aus?

"Für mich ist es noch offen, ob ich mich für die klassische oder die moderne Richtung entscheiden werde. Ich möchte flexibel sein, alle musikalischen Richtungen ausprobieren - und schauen, was kommt", so Michaela Girardi, deren "absoluter Traum" es wäre, eine Guarneri zu besitzen.