Der tausendste Guglhupf

Unbeeindruckt von den Entwicklungen auf den heimischen Kabarettbühnen ist das Radio-Kabarett-Ensemble rund um Krainer und Sobotka seinem Stil über Jahrzehnte treu geblieben und feierte dieser Tage im RadioKulturhaus seine tausendste Ausgabe.

Ausschnitt aus der Jubiläumsgala im RadioKulturhaus

Als 1978 zum ersten Mal die Kennmelodie "Was den Sonntag erst zu einem Sonntag macht, ist der Guglhupf, der Guglhupf" aus dem Radio erklang, hat niemand daran gedacht, dass 2005 diese Signation noch immer zu hören sein wird. Aber denken ist Glücksache und diese zeitkritische, kabarettistische Sendung anscheinend auch. Nach dem legendären "Watschenmann" war es nicht zu erwarten, dass sich ein Rundfunk-Kabarett dieser Art so lange halten kann.

Wie alles begann ...

Begonnen hat das Ganze mit Gerhard Bronner, Peter Wehle, Lore Krainer, Peter Frick und mir. Im Laufe der Zeit kamen Gäste dazu: Ernst Stankovski, Walter Langer, Erwin Steinhauer, Rudolf Buczolich, Oliver Vollmann, um nur einige zu nennen. Natürlich gab es auch noch Ko-Autoren, die wesentliche Ideen einbrachten.

Nach einigen Turbulenzen habe ich vor 15 Jahren die Produktion des "Guglhupf" übernommen. Das wäre mir nicht möglich gewesen, wenn nicht Lore Krainer mit von der Partie gewesen wäre. Lore ist u. a. die musikalische Seele der Sendung. Und die Musik darf man beim "Guglhupf" nicht außer Acht lassen.

Rekordverdächtig

Für diese Sendereihe wurden bis jetzt über 3.500 Lieder geschrieben. Das klingt unglaublich, ist aber nachzählbar. Ein wichtiger Mann ist auch Alfred Heinrich, der den größten Teil unserer Manuskripte schreibt.

Auch musste ein neues Ensemble gegründet werden. Neben Lore Krainer kamen Herbert Prikopa, Walter Galla, Andreas Steppan, Christian Futterknecht, Nicki Hagg und Gerhard Ernst zum Guglhupf. Und mit all diesen genannten Leuten ist es gelungen, 1.000 Sendungen zu produzieren. Das ist - ohne zu übertreiben - für ein Rundfunk-Kabarett rekordverdächtig.

Die Gründe des Erfolgs

Wir haben uns oft gefragt, was den Erfolg der Sendung ausmacht. Ist es die Ernsthaftigkeit, mit der wir Themen verblödeln? Ist es der Umstand, dass wir Vieles sagen, was Tausende Mitbürger denken? Oder schätzt der eine oder andere, dass wir uns nicht vom Trend der Zeit verleiten lassen und unserem Stil treu geblieben sind?

Ein Teil des Erfolges ist gewiss das Phänomen Radio selbst. Dem Hörer werden keine Bilder aufgedrängt. Jeder kann sich eine Figur, die gerade aus dem Kasterl spricht, nach seinem Geschmack vorstellen. Man zwingt dem Publikum kein Bild auf, sondern lässt seiner Fantasie freien Lauf. Und man darf die Fantasie der Ö1 Hörer nicht unterschätzen - genauso wenig wie die Reichweite dieses Senders. Immer wieder bekommen wir Briefe aus Ungarn, der Schweiz, aus Süddeutschland oder Tschechien, die uns beweisen, dass der "Guglhupf" auch in angrenzenden Ländern gehört wird.

Über Sinn und Zweck

Politische Ereignisse sind natürlich das Hauptthema unserer Sendung. Und da ist es nicht einfach Stellung zu nehmen, ohne in ein parteipolitisches Eck gedrängt zu werden. Wir wählen unsere Themen nicht nach politischen Farben, sondern nach ihrer Wichtigkeit aus. Da kann es schon vorkommen, dass einmal die Linken und ein andermal die Rechten sich auf den Schlips getreten fühlen. Manchmal sogar beide ...

Es ist uns bewusst, dass wir mit unserer Meinung nicht die Welt aus den Angeln heben können. Aber wir können Fehler aufzeigen, die von vielen vielleicht übersehen wurden und so ein bisschen zur Meinungsbildung beitragen. Wenn uns das gelingt, sind wir schon zufrieden. Zum Abschluss möchte ich mich noch bei unseren Hörerinnen und Hörern für ihre Treue bedanken. Ohne sie gäbe es uns ja nicht!

Service

Links
Wikipedia - Guglhupf
Wikipedia - Kabarett