Leise flehen meine Lieder

Für Lied- und Kammermusikfreunde in aller Welt ist die "Schubertiade" in Vorarlberg längst zur Institution geworden. Heuer findet das Festival bereits zum 30. Mal statt. Einst in Hohenems gegründet, plant man im Jubiläumsjahr die Rückkehr.

Heuer findet in Vorarlberg zum 30. Mal die "Schubertiade", eines der führenden internationalen Lied- und Kammermusikfestivals, statt. Mit rund 70 Veranstaltungen und mehr als 30.000 Besuchern avancierte es zum bedeutendsten Schubertfestival der Welt.

Initiator

1976 gab es im Palast in Hohenems die ersten Konzerte, künstlerische Leitfigur war damals Hermann Prey. Später ist die Schubertiade nach Feldkirch gewandert, und seit wenigen Jahren hat sie im Bregenzerwald ihr neues Zentrum gefunden - im Angelika Kauffmann-Saal in Schwarzenberg.

Der Saal verfügt über eine hervorragende Akustik, was die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schwelgen ließ. Sie zählte ihn mit dem Mozartsaal im Wiener Konzerthaus und dem Salzburger Mozarteum zu den drei besten Kammermusiksälen in Österreichs.

Rückehr

Doch gerade im Jubiläumsjahr hört man von konkreten Plänen, auch in Hohenems - in einem adaptierten Saal - wieder Schubertiade-Konzerte zu veranstalten. Eine partielle Rückkehr an den Gründungsort?

Was die "Schubertiade" so besonders auszeichnet, ist auch die wunderbare Umgebung. Die Symbiose von Kultur und Natur, die sich in den kammermusikalischen Werken Schuberts in besonderer Weise ausdrücken, scheinen hier vollendet.

Veränderung

Dass das Festival in ständiger Bewegung ist, zeigen auch die Programme. Inhalte, die es schon 1976 gegeben hat, werden mit neuen Ideen verknüpft, die damals noch keinen Platz bei der Schubertiade gehabt hätten.

In den bisher 29 Jahren wurden mittlerweile nahezu alle Werke Franz Schuberts mindestens einmal aufgeführt. Und viele davon sind jedes Jahr fixer Bestandteil. Neben den Schubert-Liederzyklen sind es aus dem kammermusikalischen Bereich das Oktett und das Forellenquintett.

Doch - wie immer - hängt alles weitere an der Frage des Geldes. Wohin die Reise daher geht, wird sich weisen. Vorerst finden ergänzend pro Saison noch bis zu drei Konzerten in Nachbarort Bezau statt.

Schubert-Pionier Alois Posch

Bei genauer Durchsicht der "Schubertiade"-Programme der vergangenen 19 Jahre fällt auf, dass der "Schubertiade"-Kontrabassist Nr. 1 für das Oktett und das Forellenquintett Alois Posch heißt. Alois Posch - mit 17 Jahren kam er zu den Wiener Philharmonikern. Heute ist er Solobassist der Wiener Philharmoniker und begeisterter Pädagoge. Alois Posch leitet die Kontrabass-Klasse an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

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Hör-Tipps
Intrada, Freitag, 24. Juni 2005, 10:05 Uhr

Schubertiade Schwarzenberg, Dienstag, 28. Juni 2005, 10:05 Uhr

Veranstaltungs-Tipp
"Schubertiade Schwarzenberg 2005", Freitag, 13. Mai 2005 bis Samstag, 10. September 2005

Link
Schubertiade Schwarzenberg