Network-Visionen

Wie kann man aus dem All via Internet kommunizieren? Diese Frage stellte sich vor 40 Jahren Joseph C. R. Licklider. Er leitete damals die Entwicklung des Arpanet, dem Vorläufer des Internet. 2009 soll daraus ein interplanetarisches Netzwerk werden.

ARPA steht für Advanced Research Project Agency. Manchmal wurde sein Name auf DARPA gewechselt: Defense Advanced Research Project Agency. Der Name des Projekts wechselte über die Jahre zwischen ARPA und DARPA hin und her.

Gegründet wurde ARPA wegen Sputnik. Die Amerikaner hatten mit Sputnik ganz einfach nicht gerechnet. Vielmehr löste der erfolgreiche Start des russischen Satelliten in den USA einen Schock aus. Man fürchtete einen Angriff aus dem All.

Kommunikation von Mensch und Maschine

Die Menschen bauten Atombunker und das Militär suchte nach einer Möglichkeit, wie die Truppen auch noch nach einem Atomschlag miteinander kommunizieren könnten. Nur mit der Lösung dieser Aufgabe wurde nicht ARPA beauftragt, dort beschäftigte man sich mehr mit Grundlagenforschung, sondern die Rand Corperation. Dort entwickelte Paul Baran die Technik der paketvermittelten Datenkommunikation.

Joseph C. R. Licklider hatte zwar Zugang zu diesem damals unter Verschluss gehaltenen Papier, aber ihn interessierte weniger Control und Command, sondern vielmehr die Frage: wie Mensch und Maschine miteinander kommunizieren könnten.

Seine Vision war der Bau eines intergalaktisches Computer Netzwerkes. Aus dem Arpanet wurde 1983 das Internet. Und wenn alles klappt, wird 2009 daraus ein interplanetarisches Netzwerk.

Standardisierung und Protokolle als erster Schritt in das All

In den letzten sechs Jahren entstanden bereits ein ganzer Satz an neuen Protokollen, die speziell dafür entwickelt werden um mit großen Verzögerungen und Unterbrechungen bei der Datenübertragung fertig zu werden.

Denn die große Herausforderung für eine Anbindung des Internet mit Mars und Raumstationen liegt darin, dass bei der Kommunikation aus dem Solar System Verzögerungen nicht die Ausnahme, sondern die Norm sind. Satelliten verschwinden schon mal hinter Planeten und es gibt Sonnenflecken und Solarstürme, die die Funkverbindung stören können.

Bekannte und Unbekannte

Einige der Herausforderungen, die bei einer "deep space" Kommunikation auftreten sind auf Erden unbekannt. Andere kennt man. Zum Beispiel plagt man sich auch bei der mobilen Kommunikation mit kleinen Geräten ab, setzt sich einem Wettrennen mit der Batterie aus und hofft, dass die Funkverbindung auch dann funktioniert, wenn man von einer Zelle zur anderen weitergereicht wird.

Eine weitere Herausforderung für die Forscher lautet: wie verbindet man ein Netzwerk, mit dem man sowohl vom Mars aus, als auch von der Venus und unterschiedlichen Satelliten miteinander kommunizieren kann? Wie geht man mit Software Updates um und vieles mehr. Manche Antworten finden die Wissenschaftler, indem sie sich die Geschichte und Entwicklung des Internet in Erinnerung rufen.

Download-Tipp
Ö1 Club-Mitglieder können die "Dimensionen" vom Montag, dem 23. August, nach Ende der Live-Sendung im Download-Bereich herunterladen

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