Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs

Mit dem mehr als drei Stunden dauernden Film "Die Rückkehr des Königs" findet die Trilogie über den "Herrn der Ringe" ihren Abschluss. Der Streifen gilt als Höhepunkt der Serie um das Schicksal von Hobbits, Elfen und Orks.

Elijah Wood freut sich, wieder er selbst zu sein

Der Schicksalsberg ist nahe, der Ring beginnt sich zu schließen. Zwei Filme lang hat der neuseeländische Regisseur Peter Jackson Figuren vorgestellt und Konflikte angebahnt, jetzt fährt er die Ernte ein.

Im Schlussteil gewinnt der Kampf um den alles beherrschenden Ring der Macht das, was die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Kritik "Shakespearesche Resonanz" genannt hat: Die Hobbits Frodo und Sam sind der Erschöpfung nahe, der zwielichtige Gollum hat ihnen eine tödliche Falle gestellt und rund um dieses Trio tobt der Krieg zwischen Menschen, Elfen und Orks.

Scharmützel und Schlacht

Vor allem dieser Endkampf um die Festung Minas Tirith, in der riesenhafte Märchen-Elefanten gegen eine Armee von grünlich schimmernden Geistern antreten, hat - auch tricktechnisch - Dimensionen, die die Schlacht um "Helms Klamm" im zweiten Teil zum Scharmützel degradieren.

Regisseur Peter Jackson verzichtet auch diesmal wieder fast völlig auf Ironie und Distanz; es ist gerade diese Ernsthaftigkeit, die in der Kritik Fans von Feinden trennt. Die einen stoßen sich am raunenden Pathos, die anderen finden gerade die Umsetzung des Tolkienschen Privatmythos' so gelungen.

Öko-Parabel oder Kriegsallegorie?

Was der sprachengewandte Oxforder Literaturprofessor John Ronald Reuel Tolkien mit seinen Büchern über "Mittelerde" wirklich gemeint hat, bleibt weiterhin umstritten. Die einen sehen im vereinten Kampf der Völker gegen den alles beherrschenden bösen Sauron im Osten eine Allegorie auf den Zweiten Weltkrieg, dessen Zeitzeuge Tolkien noch war.

Die anderen glauben, Tolkien habe in der idyllischen Schilderung des von Hobbits bewohnten grünen Auenlandes seiner Aversion gegen technischen Fortschritt und Industrialisierung Ausdruck verliehen. Sicher ist jedenfalls, dass Tolkien selbst immer versichert hat, seine Geschichte habe keinerlei allegorische Bedeutung.

Hymnische Kritiken

Die bisher erschienenen Kritiken zur "Rückkehr des Königs" fielen großteils hymnisch aus. Die "Süddeutsche Zeitung" meinte, dies sei "mit Abstand der beste der 'Herr der Ringe"-Filme, die Austria Presse Agentur meinte, "diese Arbeit geht in die Geschichte ein".

Ob sich Peter Jacksons Hoffnungen auf einen Regie-Oscar erfüllen, muss sich freilich erst erweisen. Jackson selbst bereitet inzwischen sein nächstes Projekt vor: ein Remake der Saga um "King Kong".

Mehr zum Vergleich von Buch und Film in oe1.ORF.at

Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
The Lord of the Rings: The Return of the King
USA, 2003
mit: Elijah Wood, Cate Blanchett, Orlando Bloom, Viggo Mortensen, John Rhys-Davies
Drehbuch: Philippa Boyens, Peter Jackson, Frances Walsh
Regie: Peter Jackson