Bernhard Buhmann, Maler

Zur Kunst kam er durch seine Mutter: Bernhard Buhmann, Jahrgang 1979, der heuer an der Wiener Angewandten sein Malerei-Studium abgeschlossen hat. 2009 war er für den Kardinal-König-Kunstpreis nominiert. Ab 17. September zeigt er seine Einzel-Schau "Hausberg" in der Galerie Hollenstein in Lustenau.

"Entscheidend für mein Kunstinteresse war der familiäre Einfluss. Meine Mutter, die zwar nicht Kunst studiert hat, beschäftigt sich seit ihrer Jugend mit Malerei. In meiner Schulzeit habe ich zunächst Graffiti gemacht, war bei Kursen, zu denen mich meine Mutter mitnahm, und habe dann auch in Zeichnen maturiert. Ich hatte das Glück, dass meine Arbeiten in der Familie und bei Freunden gut angekommen sind. So verstärkte sich mein Wunsch, mich intensiver mit Kunst auseinander zu setzen.

Da meine Eltern zwar nichts gegen meine Kunst-Ambitionen hatten, aber auf eine Absicherung bestanden, habe ich zunächst Soziologie und Publizistik studiert und 2006 mit dem Magister abgeschlossen.

Das Studium an der Angewandten war zwar immer ein Thema, aber ich hatte doch großen Respekt - denn nur wenige Kandidaten werden genommen. 2003 war ich dann soweit, machte die Aufnahmeprüfung und wurde bei Adolf Frohner aufgenommen", erzählt Bernhard Buhmann, gebürtiger Bregenzer, Jahrgang 1979, der an der Angewandten in Wien Malerei studierte und im Juni 2010 nun abgeschlossen hat.

Später setzte der junge Maler sein Studium bei Johanna Kandl fort: "Ich habe 2005 mit meiner Soziologie-Diplomarbeit begonnen und deshalb ein Jahr an der Angewandten pausiert. Denn ein Kunststudium macht nur Sinn, wenn man sich intensiv mit der Materie befasst. Als ich wieder zurückkam, gab es den Wechsel und ich kam zu Frau Professor Kandl", berichtet Buhmann.

Tradition und Weiterentwicklung

"Was mich an der Malerei so fasziniert, ist ihre lange Tradition. Und man muss sich mit ihr befassen, denn es lässt sich heute nichts mehr neu erfinden - aber sehr wohl neu kombinieren. Zudem ist die Malerei für den Konsumenten gut handhabbar - denn im Gegensatz zum Beispiel zu einer Installation - kann ich ein Bild aufhängen. Die Malerei hat nach wie vor ein Publikum", erläutert der junge Künstler.

"Die Suche ist für mich ein großes Thema. Ich versuche immer, mich hinauszulehnen - auf die Gefahr hin, dass es schief geht. Aber diese Herausforderung ist für meine Entwicklung wichtig. Wenn sich etwas in meinen Arbeiten durchzieht, dann sind es gewisse Lichtsituationen", so Bernhard Buhmann.

"Meine Bildmotive sind derzeit figurativ - aber das ist kein Lebenskonzept. Fotorealismus interessiert mich zum Beispiel überhaupt nicht."

"Hausberg"-Schau in Galerie Hollenstein

Ab Freitag, 17. September 2010, präsentiert Bernhard Buhmann seine Einzel-Ausstellung "Hausberg" in der Galerie Stephanie Hollenstein in Lustenau in Vorarlberg. Die Schau ist bis 17. Oktober geöffnet.

Am Sonntag, 26.September 2010, findet um 11:00 Uhr ein Künstlergespräch statt. Die Schau ist auch im Rahmen der "Langen Nacht der Museen" am 2.Oktober zu sehen.

Abschluss mit Diplom-Schau "Hausberg"

Anlässlich seines Studien-Abschlusses zeigte Bernhard Buhmann in der Diplom-Ausstellung "Hausberg" im Kunstraum Praterstraße, die bis 25. Juni zu sehen war, neue Werke.

"Nächste Generation I" im Traklhaus

Davor war Buhmann auch bei der Gruppen-Ausstellung "Die nächste Generation I", die in Zusammenarbeit mit der Wiener Lukas Feichtner Galerie stattfand, im Studio-Raum der Salzburger Galerie im Traklhaus vertreten.

Nominierung für Kardinal-König-Preis

Und 2009 war Bernhard Buhmann für den geladenen Wettbewerb des Kardinal-König-Kunstpreises nominiert.

Die Verleihung des Kardinal-König-Kunstpreises sowie die Ausstellungseröffnung aller nominierten Künstler/innen fand am 27. November 2009 in Salzburg statt.

Bei "9. art bodensee" 2009

Bei der "9. art bodensee" in Dornbirn, die im Juli 2009 stattfand, wurde Bernhard Buhmann in speziellem Rahmen präsentiert:

Die Vorarlberger Kunstmesse widmet sich vor allem der Bildenden Kunst und der Förderung junger Künstler. Daher wurde auch 2009 ein "rookie of art bodensee" gekürt. Kurator Harald Gfader hatte sich im Vorjahr für den gebürtigen Lustenauer entschieden, der seine Arbeiten im Rahmen der Messe zeigte.

Erfolgreiche erste Personale in Dubai

Davor präsentierte Bernhard Buhmann erfolgreich seine erste Personale "Same time, different place" in der renommierten Galerie "Carbon 12" von Anfang Mai bis 8. Juni 2009 in Dubai.

Bei dieser Schau zeigte der erfolgreiche upcoming artist 13 großformatige Ölbilder sowie sechs kleinere Arbeiten.

Die junge Galerie, die auch Verbindungen zu renommierten Kunsthäusern in Paris und London hat und im Zentrum von Dubai liegt, vertritt renommierte Künstler wie etwa Markus Öhlen, widmet sich aber auch dem internationalen Nachwuchs.

Mit "Spielraum" im Strabag Kunstforum

Buhmanns Einzel-Ausstellung "Spielraum", die im Jänner eröffnet wurde, war bis 27. Februar 2009 im Wiener Strabag Kunstforum zu sehen.

Im Mai 2008 hatte Buhmann als einer von fünf Finalisten einen Anerkennungspreis des "Strabag Art Award 08" erhalten. Der Preis beinhaltet auch Bildankäufe sowie eine Einzel-Ausstellung.

Schau "7 parallel 7" in Bukarest und Wien

Bis 18. Mai 2009 waren Arbeiten Buhmanns, der 2008 bereits seine erste Einzel-Ausstellung hatte, in der Schau "7 parallel 7" des Museum of Contemporary Art (MNAC)/Art Expo, die davor in Bukarest eröffnet wurde, zu sehen.

Die Schau, eine Kooperation des Wiener Museum of Young Art (MOYA) und dem rumänischen Kulturinstitut, wurde bis Oktober 2008 auch im Wiener MOYA gezeigt.

"Turban"-Bild als Wegweiser

"Diese Arbeit ist für mich deshalb wichtig, weil sie in einem Moment entstanden ist, der sehr frei war. Es ist diese Kombination, manche Sachen aufzulösen, anderes hingegen hervorzuheben und konkret zu halten. Ich denke, dass sich hier mein Weg konkretisiert hat", erklärt Buhmann zu seinem "Turban"-Bild.

"Art.Award 07"-Sieger mit "Zauberwürfel"

Eine nahezu paradoxe Bewandtnis hat es mit Buhmanns "Zauberwürfel":

"Ich habe dieses Bild als misslungen betrachtet, wollte es ursprünglich übermalen - jedenfalls nicht ausstellen. Denn aus meiner Sicht habe ich bessere geschaffen. Schließlich reichte ich es aber doch für den Kölner 'Art.Award' ein - und habe mit dieser 'misslungenen' Arbeit gewonnen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie relativ das eigene Urteil sein kann. Und dass man Arbeiten manchmal auch ruhen lassen sollte", stellt der erfolgreiche Künstler schmunzelnd fest.

Witzig waren auch die Umstände, wie Buhmann zu diesem Preis kam: eigentlich ist die Teilnahme an diesem Bewerb nur für Deutsche vorgesehen. Das ahnte der junge Vorarlberger zwar, weil die anzugebende Postleitzahl beim Anmeldeformular fünfstellig auszufüllen war.

Mit einer Null, die er vor die österreichische Postleitzahl setzte, überlistete er aber das System. Und wurde aus über 500 Einreichungen von der Jury als einziger Österreicher für die zehn Finalisten ausgewählt - und letztlich Sieger des mit 10.000 Euro dotierten Preises, der für einen Künstlerkatalog bestimmt ist.

Kontinuierliche Arbeit mit Disziplin

Außerdem beschäftigt sich der Nachwuchskünstler, der im Vorarlberger Künstlerlexikon bereits seinen Platz hat und dem "Die Presse" ein Porträt widmete, mit der Realisierung eines Katalogs. Und prüft Angebote von Galerien für Ausstellungen - wobei er sich Zeit lassen und nichts überstürzen will.

Wie die Zukunftswünsche des jungen Malers, der trotz seiner Erfolge bescheiden geblieben ist, lauten? "In einer Situation leben zu können, wie sie jetzt ist. Zurzeit habe ich den Luxus, freischaffender Maler ohne Nebenjob zu sein. Und ich genieße es, jeden Tag in mein Atelier zu gehen und kontinuierlich zu arbeiten. Denn eine gewisse Disziplin ist sehr wichtig", so Bernhard Buhmann.

Service

Die Ö1 Talentebörse ist ein Kunstförderprojekt mit Unterstützung der UniCredit-Bank Austria.

Mehr zu Ausstellungen, Förderungen und Preisen in oe1.ORF.at

Kontakt
Bernhard Buhmann

Links
Universität für angewandte Kunst Wien
Universität Wien
Bernhard Buhmann
Carbon 12 - "Same time, different place"
Cast Your Art - Bernhard Buhmann
Die Presse - Junge Kunst: Bernhard Buhmann
Kardinal König Kunstpreis
Die Presse - "9. art bodensee": Vielfalt der Gegenwartskunst
Strabag Kunstforum - Art Award
The National - Traditions and new methods
ART.FAIR 21
Dornbirner Messe: "art bodensee"
MOYA - Museum of Young Art
Muzeul National de Arta Contemporana