Jazz, Stars und Landluft
Die Inntöne
Seit 22 Jahren bemüht sich Paul Zauner um den Jazz in seiner Heimat Oberösterreich. Zauner schafft es immer wieder, werdende Stars, große Namen und völlig unbekannte, aber interessante Musikerinnen und Musiker zu seinen Festivals einzuladen.
8. April 2017, 21:58
1986 fand eines der ersten größeren Jazz-Feste in Oberösterreich statt und zwar unter dem Namen Sigharting Jazzfestival. Schon damals gaben sich prominente Musiker wie Billy Cobham, Lou Donaldson und Ray Anderson die Türklinke in die Hand. Nur ein Jahr später, wurde der Event zum Internationalen Jazzfestival Raab getauft. Christian Muthspiel, Steve Coleman, Robin Eubanks, Cassandra Wilson, Dave Holland und Kenny Wheeler waren zu Gast.
In den darauf folgenden Jahren mauserte sich das Jazz Festival in Raab zu einer nicht zu übersehbaren Größe. Die Spielstätten erweiterten sich. Die Länge des Festivals dehnte sich auf drei Tage aus. Die großen Namen gaben sich ein Stelldichein: Jan Garbarek, Archie Shepp, Eddie Harris, Don Cherry, Bill Frisell, Michel Portal, Joachim Kühn, Amina Claudine Myers, Freddie Hubbard, David Murray und Wolfgang Puschnig sind nur eine kleine Auswahl jener, die dem Festival ihren Glanz verliehen.
Jazzgrößen auf Schlossbühnen
Erst ab 1995 wurden aus dem Innviertler Jazz Festival die Inntöne. Bespielt wurden die Schlösser Zell an der Pram und wie auch vorher schon Sigharting. Marty Ehrlich, Maria Joao, Nils Wogram, Maceo Parker, Jean Paul Bourelly, Les McCann, Joanne Brackeen, Archie Shepp, Sierra Maestra und heimische Musiker wie Harry Sokal, Harry Pepl, Klaus Dickbauer und Lorenz Raab waren auf den Schlossbühnen zu Gast.
Seit 2002 haben nun die Inntöne sozusagen ihre "Final Destination" gefunden und zwar am Bauernhof in Diersbach. Genau aber jene ländliche Umgebung, die einen Natur- als auch Musikfreund aufs Äußerste befriedigt, trägt zum großen Erfolg dieses Festivals bei. Die gemütliche Atmosphäre, die wunderbare Landschaft inspirieren dabei nicht nur die Musikerinnen und Musiker, sondern auch das Publikum, das mit bestem Essen und guten Getränken liebevoll umsorgt wird.
Ungezwungene Atmosphäre
All dies trägt dazu bei, um eine natürlichen Bezug zu den "Stars" herzustellen, die sich oft ganz ungezwungen nach ihren Gigs (die eben unter diesen Umständen weit mehr als nur Gigs sind) unter die Leut' zu mischen um sich gemeinsam das nächste Konzert anzuhören.
Paul Zauner achtet bei seiner Programmierung sehr auf eine gute Ausgewogenheit zwischen den No und den Big Names, weckt mit unbekannteren Namen die Neugier, versucht musikalische Abwechslung zu bieten und bei jedem Festival doch so etwas wie einen roten "Gefühlsfaden" zu finden.
Dass ihm das nun mittlerweile seit Jahren gelingt, ist ihm hoch anzurechnen und auch die Ö1 Mitschnitte belegen dies deutlich. Wer sich allerdings die Zeit nimmt, um live bei den Inntönen dabei zu sein, wird zusätzlich kulinarisch und mit der frischen Luft und dem Anblick der schönen Landschaft belohnt.
Hör-Tipp
Die Österreich 1 Jazznacht, Samstag, 10. Mai 2008, 22:05 Uhr
Mehr dazu in oe1.ORF.at
Veranstaltungs-Tipp
Inntöne Jazzfestival, 9. bis 11. Mai 2008, Froschau 4, 4775 Diersbach,
Ö1 Club-Mitglieder erhalten ermäßigten Eintritt (10 Prozent).
Links
Inntöne Jazzfestival
