Nikola Djoric, Akkordeon

Seine Eltern sind Musiker: Nikola Djoric, gebürtiger Serbe, Jahrgang 1988, der seit 2006 an der Konservatorium Wien Privatuni Akkordeon studiert. Dem Sieger des Fidelio-Wettbewerbs 2009 in der Sparte Interpretation widmete "Intrada" am 8. Mai ein Porträt.

N. Djoric spielt Berinsky, Piazzolla und Stockhausen

"Ich komme aus einer Musiker-Familie. Meine Mutter hat auch Akkordeon gespielt. Sie war in der Musikschule und hat auch einige Preise gewonnen. Mein Vater ist Sänger im Bereich Volksmusik. Das Akkordeon ist in Serbien sehr präsent - jede dritte Familie hat ein Akkordeon zuhause, es ist bei uns fast ein Nationalinstrument.

Die ersten Lieder hat mir meine Mutter gezeigt. Bereits mit vier bekam ich den ersten Privat-Unterricht von einer phänomenalen Lehrerin. Und mit sechs bin ich schon in die Musikschule gegangen, wo ich mit klassischer Musik begonnen habe", erzählt Nikola Djoric, gebürtiger Serbe aus Bor, Jahrgang 1988, über seinen Beginn.

Seit 2006 studiert er nun an der Konservatorium Wien Privatuniversität (KWU) bei Grzegorz Stopa. In zwei Jahren wird er den Bachelor machen und danach mit dem Master-Studium voraussichtlich 2013 abschließen.

Nach der Musikschule erhielt seine Ausbildung im Musikgymnasium in Negotin in Serbien bei Svetlana Kravcenko. Als er mit seinen Eltern nach Wien übersiedelte, begann er zunächst am Gustav Mahler Konservatorium bei Jovica Djordjevic.

Dem erfolgreichen Nachwuchs-Musiker widmete das Ö1 Magazin "Intrada" am 8. Mai 2009 ein Radio-Porträt.

An die Folkwang Hochschule ab Herbst

Im Herbst 2009 wird Djoric im Rahmen des Erasmus-Austausch-Programms zwei Semester an der Folkwang Hochschule in Essen bei Mie Miki absolvieren.

Wien - das Zentrum klassischer Musik

"Es war schon immer mein Wunsch, nach Wien zu kommen - es ist einfach des Zentrum der klassischen Musik. Ich habe zunächst am Mahler Konservatorium begonnen, da es am Konservatorium noch keine Akkordeon-Klasse gab. Als ich von Professor Stopa hörte, wechselte ich sofort zu ihm. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Chance bekam, bei ihm zu studieren, denn er hat mir einen neuen Horizont eröffnet", erklärt der junge Akkordeonist.

Eine spezielle Schule

"Traditionelle Akkordeon-Schulen gibt es zum Beispiel in Serbien und in Russland. Das betrifft auch das Repertoire. In Wien gibt es eine andere Schule, was sich sowohl auf die Klangtechnik wie auch auf das Repertoire bezieht", erläutert der Nachwuchs-Musiker.

Ein junges Instrument mit besten Eigenschaften

Was ihn gerade am Akkordeon, einem noch sehr jungen Instrument, besonders fasziniert, erläutert Nikola Djoric folgendermaßen:

"Das Akkordeon hat die besten Dinge von nahezu allen Instrumenten. Wir können auf einem Ton crescendo, decrescendo und beliebige Dynamik machen. Das ist zum Beispiel auf dem Klavier nicht möglich. Denn wenn man dort einen Ton anschlägt, dann geht er langsam weg. Und das Akkordeon hat zwei Tastaturen. Man hat also zwei Möglichkeiten, einen Ton zu spielen.

Außerdem kann man mit dem Akkordeon mehrstimmige Kompositionen spielen. Und was noch wichtiger ist: wir können bei mehrstimmigen Kompositionen verschiedene Dynamik spielen für unterschiedliche Stimmen spielen. Deshalb werden Werke von Bach oder Scarlatti so gerne auf dem Akkordeon gespielt."

Das Akkordeon wurde in seiner Urform übrigens in einer kleinen Wiener Werkstatt in der Mariahilfer Straße erfunden und im Jahre 1829 von Cyrill Demian patentiert. Die Konstruktion des heutigen Einzelton-Akkkordeons entwickelte sich erst in den 1950er Jahren.

Hauptpreis des Fidelio-Wettbewerbs 2009

Das musikalische Ausnahmetalent hat bereits zahlreiche Erste Preise erhalten, darunter 2007 beim "Prima la Musica"-Wettbewerb in Sankt Pölten. Und im vergangenen März erhielt das Ausnahmetalent zusammen mit dem slowenischen Saxofonisten Alan Luzar den Hauptpreis - das Große Fidelio-Jahresstipendium:

"Das ist mein bisher größter Erfolg. Ich habe bisher noch nie vor einer so prominenten Jury gespielt. Und dieses Stipendium ist eine sehr wichtige Hilfe für uns", freut sich der stolze Fidelio-Sieger. Zur Jury des Fidelio-Wettbewerbs gehörte unter anderen auch Alfred Solder, Chef-Producer von "Intrada".

Auf Ö1 Preisträger/innen-CD

Mittlerweile ist die Ö1 CD mit dem Preisträger/innen-Konzert, das am 17. März im ORF-RadioKulturhaus stattfand, bereits erscheinen.

Darauf ist Djoric mit Sergej Berinskys "Cinema für Akkordeon" sowie mit seinem Duo-Partner Luzar mit drei Stücken aus "Tierkreiszeichen" von Karlheinz Stockhausen zu hören.

Erfahrungen als Solist und als Kammermusiker

Inzwischen konnte der erfolgreiche Nachwuchs-Musiker bereits Konzert-Erfahrungen als Solist, als Kammermusiker, sowie im Rahmen von interdisziplinären Projekten im Rahmen seiner Ausbildung an der KWU sammeln.

"Ich habe Lukas Neudingers 'Mutta' uraufgeführt sowie Alexander Tschernikows Trio im Rahmen von 'Wien Modern', wo ich mitwirkte. Zuletzt habe ich mit Alan Luzar bei einem Konzert für unsere Sponsoren HFP Steuerberater im Museum Moderner Kunst in Wien, sowie bei einem EU-Programm 'Sternstunden in Europa' gespielt. Und für 2010 haben wir Einladung vom Steirischen Musikverein, in Graz aufzutreten", berichtet Djoric.

Solistische Karriere als Ziel

Wie lauten die Zukunftswünsche des erfolgreichen Akkordeonisten?

"Ich strebe vor allem nach Qualität. Ich wünsche mir eine Karriere als Solist und als Kammermusiker - das ist mein Ziel", so Nikola Djoric.

Service

n.djoric@konswien.ac.at - Nikola Djoric

Hör-Tipp
Ö1 Talentebörse, Montag, 24. August 2009, 7:55 Uhr

CD-Tipps
Fidelio-Wettbewerb 2009 – Finale, Sparte Interpretation, Ö1 CD/Klassik, ORF-Bestellnr.: 2012341

Ö1 CD Neue Musik: Herwig Reiter - Chorwerke II, Akkordeon: Nikola Djoric, ORF-Bestellnummer: 2010373

Konservatorium Wien Privatuniversität
Konservatorium Wien Privatuniversität - Nikola Djoric und Alan Luzar gewinnen das Große-Fidelio-Jahresstipendium
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