Spekulationen über Nahost-Krieg im Sommer
Israel: Großangelegte Zivilschutzübung
In Israel gibt es immer mehr Spekulationen über einen möglichen Nahost-Krieg im Sommer. Der israelische Zivilschutz hat am Sonntag die bisher größte Übung in der Geschichte des Landes begonnen. Es handle sich um eine lang geplante Routineübung, versucht Israels Premier Benjamin Netanjahu zu beruhigen.
8. April 2017, 21:58
Mittagsjournal, 23.05.2010
Besonders groß angelegt
Es gebe keinen Grund, über eine erhöhte Kriegsgefahr zu spekulieren, versichert Netanjahu. Aber die jährliche Zivilschutzübung, die am Sonntag anläuft und fünf Tage dauern wird, ist diesmal besonders groß angelegt und weit verzweigt. Bis Donnerstag sollen landesweit verschiedene Katastrophenszenarien geprobt werden. Darunter sind auch angenommene Angriffe auf den jüdischen Staat mit hunderten von Raketen aus dem Libanon, Syrien und dem Gazastreifen gleichzeitig. Die nationalen Rettungskräfte arbeiten bei dem Notfalltraining mit Sicherheitskräften, Kommunen, Regierungsbüros sowie Schulen und Kindergärten zusammen.
Simulierter Großangriff
Die Grundannahme lautet, dass verschiedene Teile des Landes gleichzeitig mit Raketen angegriffen werden – vor dem Hintergrund der jüngsten Warnungen, dass die Raketen der radikalen libanesischen Hisbollah jetzt auch den Großraum von Tel-Aviv erreichen könnten. Ein Szenario der Übung simuliert auch einen chemischen Angriff auf die Stadt Beer-Schewa. Eingebunden sich nicht nur die Armee und die Rettungskräfte, sondern etwa auch die Stadtverwaltungen, die vielleicht Hunderttausende von fliehenden Zivilisten versorgen müssten.
Vizekanzler Pröll dabei
Am Mittwoch sollen gar alle Bürger des Landes beim Ertönen einer Sirene alles stehen und liegen lassen und in den nächsten Schutzraum rennen. Zufällig wird übrigens Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) gerade an diesem Tag zu einem offiziellen Besuch in Israel sein.
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