Sarah Wassermair, Drehbuch

Ihren ersten "Roman" schrieb sie in der Volksschule: Sarah Wassermair, Jahrgang 1988, die seit 2006 an der Filmakademie Buch und Dramaturgie studiert. Derzeit arbeitet die vielseitige Drehbuch-Autorin an dem Mystery-Thriller "Das Museum", den sie mit einer deutschen Produktionsfirma entwickelt.

"Mit dem Schreiben hat es begonnen, als ich ganz stolz aus der Schule kam, weil wir das Z, den letzten Buchstaben im Alphabet gelernt hatten. An diesem Tag habe ich meinen ersten 'Roman' in der Länge von drei Seiten und einer unglaublich peinlichen Handlung geschrieben.

Ich wusste schon sehr früh, dass ich auf jeden Fall etwas mit Schreiben machen will. Aber damals gab es noch kein Studium dafür. Ein Freund schlug mir vor, Drehbuch zu studieren. So kam ich in der Folge an die Filmakademie. Es ist ein tolles Studium, weil man nicht als Literat und Künstler im Zentrum steht, sondern es Zusammenarbeit bedeutet", erzählt Sarah Wassermair, gebürtige Oberösterreicherin aus Aschach/Donau, Jahrgang 1988, über ihre Anfänge.

Seit 2006 studiert sie Buch und Dramaturgie an der Wiener Filmakademie. Ihren Bachelor hat sie bereits gemacht, abschließen wird die junge Drehbuch-Autorin 2012.

Während ihrer Schulzeit am Gymnasium entdeckte sie die Literatur-Plattform "O livro" im Netz, von der sie nachhaltig geprägt wurde. In dieser Zeit schrieb Wassermair bereits erste längere Sketches und Musicals.

Eine Welt erschaffen

"Man kann hier eine ganze Welt erschaffen - das ist so kaum in einer anderen Kunstform möglich. Was mich bei diesem Beruf auch reizt, ist, dass er vom Autor eine gewisse Demut fordert, denn ich stehe nicht im Mittelpunkt, sondern liefere den Text ab und andere Menschen arbeiten damit.

Ich bin aber eitel genug zu glauben, dass das Drehbuch natürlich das Wichtigste am ganzen Film ist", erläutert Wassermair schmunzelnd ihren Zugang.

Hang zu Schwarzem Humor

"Den Humor habe ich mir antrainiert, weil ich eine große Besserwisserin bin. Und das mögen die Menschen zu recht nicht. Aber beim Hofnarren geht alles durch - also werde ich nicht sofort erschossen. Es ist reiner Selbsterhaltungstrieb", verrät Wassermair, die "G'schichtldruckerin mit Hang zum Fantastischen".

Fake-Doku "Todesnachrichten"

Zu einer der wichtigsten Arbeiten von Sarah Wassermair zählt ihr Drehbuch zum Kurzfilm "Todesnachrichten" von Umut Dag:

"Es ist ein Text, an dem ich sehr hänge, denn er geht auf einen Sketch aus meiner Schulzeit zurück. Bei dieser Story geht es um einen Mann, der in gefälschter Uniform Todesnachrichten überbringt. Die Idee hatte mit meinem Vater zu tun, der Notarzt ist und erzählte, wie es in solchen Situationen ist.

Dazu gab es noch einen Auslöser: ich musste in der Schule eine Arbeit über einen Autor schreiben, den ich hasste. Damals begann ich zu fantasieren, was ich ihm alles antun könnte. Und auf dieser Mischung basiert das Buch. Es ist eine kleine Meditation darüber, wie man mit Worten möglichst großen Schaden anrichten kann. Es ist ein Dialogfilm, man sieht also den Mord nicht."

Mystery-Thriller "Das Museum"

Ein weiteres wichtiges und aktuelles Projekt Wassermairs ist ihr Drehbuch zum Mystery-Thriller "Das Museum", den sie mit einer deutschen Produktionsfirma erarbeitet:

"Es ist mein erstes Langfilm-Drehbuch und kompliziert, weil es darin fünf Realitätsebenen gibt. Die Geschichte handelt von einem jungen Mann, der der Geisteskrankheit seines Großvaters auf die Spur kommen will. Dabei entdeckt er ein Museum, wo nicht Erinnerungsstücke, sondern Erinnerungen aufbewahrt werden."

Schreib-Praxis seit 2005

Vielfältige Schreib-Praxis hat die Nachwuchs-Drehbuchautorin bereits seit 2005: So hat Wassermair zunächst Liedtexte und Couplets verfasst, sowie Adaptionen für Musicals wie unter anderen zu Astrid Lindgrens "Die Brüder Löwenherz" für die Theatergruppe Dachsberg geschaffen.

Im cineastischen Bereich hat sie unter anderem die Drehbücher zu den Kurzfilmen "Ostinato", "Glasige Augen", "Free Mozart" und "Spitzendeckchen" geschaffen. Im Langfilm-Genre, bei dem Co-Autor Jacob Groll mitwirkt, arbeitet sie an der Komödie "Erzengel", dem Thriller "Tiefenrausch" sowie der Romantic Comedy "Generationen".

Als Drehbuch-Autorin reüssieren

Derzeit arbeitet die junge Drehbuch-Autorin mit ihrem Co-Partner an einem Thriller.

Wie lauten ihre Zukunftswünsche? "Dass ich vom Schreiben leben und mir eines Tages die Stoffe aussuchen kann. Und natürlich dass die Menschen meine Geschichten mögen. Und als spezielle Perspektive: wegen eines Werks von einer 'Opus Dei'-Gruppe auf offener Straße im Vatikan ermordet zu werden - aber erst so mit 90", so Sarah Wassermair.