Männliche Beschneidung im Kampf gegen Aids

Der erste große Tag der internationalen AIDS-Konferenz in der Messe Wien geht zu Ende - bis Ende der Woche tagen 25.000 Menschen aus aller Welt in Wien; unter den Rednern zwei Prominente abseits von Medizin und Wissenschaft: Ex-US-Präsident Bill Clinton und der Microsoftgründer Bill Gates. Beide haben jeweils eine Stiftung, mit der sie HIV-Aids-Betroffenen helfen wollen.

Abendjournal, 19.07.2010

Ansteckungsrisiko kann gesenkt werden

Männliche Beschneidung lautet das Thema von Bill Gates - ein Thema, das er vor einiger Zeit selbst noch skeptisch gesehen habe, so der Gründer des Software-Riesen Microsoft; doch mithilfe der Vorhaut-Beschneidung ließe sich das HIV-Ansteckungsrisiko um 60 Prozent senken; zitiert Bill Gates Studien - wenngleich das Kondom natürlich das Um-und-Auf zum Schutz vor HIV-Aids bleibe.

Vorbeugung besser als Nachbehandlung

Männliche Beschneidung im Kampf gegen Aids kennt auch Gegenstimmen: denn Studien haben zwar das verringerte Ansteckungsrisiko für Männer gezeigt, jedoch nicht automatisch auch eine geringere Ansteckungsgefahr für Frauen, die Sex mit beschnittenen Männern haben. UND: die Methode könnte Menschen in falscher Sicherheit wiegen und sie auf den Gebrauch von Kondomen vergessen lassen - so lauteten in der Vergangenheit Einwände.

Für Bill Gates ist die männliche Beschneidung aber eine weitere Möglichkeit, um der HIV-Übertragung Einhalt zu gebieten. Sein Plädoyer für Prävention begründet er finanziell und v.a. menschlich: Vorbeugung sei billiger als Infizierte zu behandeln und v.a. rette sie Millionen Menschenleben: Der Microsoft-Gründer bezeichnet sich selbst übrigens „als Optimist" in Sachen Aids, „immer noch".

Clinton: Bessere Verteilung der Medikamente

Zweiter prominenter Spendensammler und viel beachteter Redner hier in Wien war heute der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Mehr Geld brauche es um die HIV-Aids-Epidemie in den Griff zu bekommen und es brauche neue Wege die Hilfsgelder auszugeben; Clinton kritisierte unter anderem hohe Kosten bei der Verteilung von HIV-Aids-Medikamenten; desweitern könne Geld gespart werden, indem z.B. bei der Versorgung von Erkrankten bestimmte Aufgaben von Ärztinnen und Ärzten an Pflegepersonal übertragen werden: denn jeder Dollar, der verschwendet wird, setze ein Leben aufs Spiel.

Ex-Präsident Clinton nahm in seiner Rede hier in Wien aber auch jede und jeden von uns in die Pflicht: auch mit kleinsten Spenden-Beträgen ließen sich in Summe viele Hilfsgelder sammeln.