Haider-Konten: BZÖ und FPÖ gelassen

Bei den beiden ehemals von Jörg Haider geführten Parteien, BZÖ und FPÖ, erwartet man keine negativen Folgen durch die Affäre um angebliche Millionenkonten. Sowohl BZÖ-Obmann Josef Bucher als auch der freiheitliche Vize-Parteichef Norbert Hofer geben sich gelassen. Gemeinsam ist auch ihre Kritik an der Justiz.

"Das alles wird in sich zusammenbrechen"

BZÖ-Obmann Josef Bucher im Mittagsjournal-Interview mit

"Nichts wird übrig bleiben"

BZÖ-Obmann Josef Bucher erwartet keine negativen Auswirkungen für seine Partei bei den nächsten Wahlen durch die Gerüchte um angebliche Geheimkonten von Jörg Haider. Es gebe keine bestätigten Fakten, daher rechne er damit, dass "das alles in sich zusammenbrechen wird und nichts übrig bleibt, auch keine Nachwehen für das BZÖ", so Bucher. Keine Nachteile erwartet Bucher auch für die Landtagswahlen in Wien und der Steiermark, denn die dortigen Kandidaten hätten mit den Vorwürfen nichts zu tun. Kritik übt Bucher an den Medien, von denen er Seriosität einmahne.

Kritik an Justiz

Bucher ist für volle Transparenz, auch für Untersuchungsausschüsse, wenn Gerichte die juristische Verantwortung geklärt haben sollten. Von der Justiz verlangt Bucher eine möglichst rasche Klärung aller Vorwürfe und kritisiert, dass Staatsanwaltschaft und Medien vorschnelle Aussagen ohne tatsächliche Fakten treffen würden. Jetzt solle die Justiz zügig ermitteln, die für ihn immer zu langsam arbeite. Die Justiz solle auch keine vorschnellen Schlüsse ziehen und Kommentare abgeben.

"Glaube noch immer an Haider"

Jedenfalls gibt es für Bucher vorerst keine Veranlassung, sich von Jörg Haider zu distanzieren, im Gegenteil: "Ich glaube noch immer daran, dass Jörg Haider in der Vergangenheit keine Fehlleistung vollbracht hat." Er habe Haider als verantwortungsvollen Landeshauptmann kennengelernt. Er habe sich aber mit parteiinternen Dingen nie beschäftigt in den vergangenen Jahren, und daher wisse er über vieles überhaupt nicht Bescheid.

Schulden statt Auslandskonten

Derzeit jedenfalls habe das BZÖ keinerlei Vermögen im Ausland, im Gegenteil, die Partei zahle Schulden ab. Großzügige Parteispender aus dem Ausland habe das BZÖ nicht, sonst hätte man keine Schulden, so Bucher, der den Schuldenstand mit einer Million Euro angab. Allfällige Spenden würden ordnungsgemäß gemeldet.

Mittagsjournal, 05.08.2010

"Keine Folgen für FPÖ oder FPK"

Die Millionen-Affäre rund um den ehemaligen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider habe auch keine negativen Folgen für die FPÖ, sagt der freiheitliche Vize-Parteichef Norbert Hofer. Diese Causa habe auch keine Auswirkungen auf die Kärntner FPK, die sich vom BZÖ abgespalten hat. Auch Norbert Hofer verlangt, dass die Vorwürfe rasch geklärt werden, denn dadurch würden andere wichtige Themen überlagert.

Indirekter Schaden

Die FPÖ sei nicht involviert in die angebliche Millionen-Affäre, sagt Hofer. Obmann Heinz-Christian Strache und seine Mannschaft hätten mit diesen Vorwürfen nichts zu tun. Der Schaden sei aber indirekt, weil es nicht gelinge, wichtige Themen wie Skylink, Verfassungsbruch beim Budget und anderes zu transportieren. Das Thema Haider-Konten decke all diese Sachthemen zu, so Hofer.

Haider "nicht ins Grab spucken"

Politisch werde Jörg Haider nur mehr mit dem BZÖ in Verbindung gebracht, nicht mit der FPÖ und auch nicht mit der FPK, sagt Hofer. Denn es seien "mit Sicherheit auch keine Personen auch keine Personen involviert, die bei der FPK in Kärnten aktiv sind". Es sei aber auch nicht der richtige Weg, "dem Kärntner Landeshauptmann ins Grab hineinzuspucken".

Ebenfalls Kritik an Justiz

Jedenfalls sei eine rasche Klärung der Vorwürfe nun notwendig, fordert der Vize-Chef der FPÖ und kritisiert, dass die Justiz zu lasch arbeite und Ermittler Informationen an Medien weitergäben. Für Norbert Hofer ist Jörg Haider aber nicht über jeden Verdacht erhaben, wie es einmal der ehemalige Justiz-Minister Dieter Böhmdorfer formuliert hat. Bei jedem Menschen gebe es Licht und Schatten. Es solle aber auch keine Vorverurteilung geben. Der stellvertretende FPÖ-Chef rät dem BZÖ, offensiv mit dieser Causa umzugehen, wenn etwas an der Vorwürfen gegen Jörg Haider dran sei.