Wo ist Elfriede Ott?

Am Theater und auf den Fernsehbildschirmen war und ist Kammerschauspielerin Elfriede Ott allgegenwärtig. Jetzt feiert sie ihr Leinwanddebüt. "Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott" heißt die Komödie, die am 1. Oktober in den heimischen Kinos anläuft.

Mittagsjournal, 27.09.2010

Generationenübergreifend

Elfriede Ott darf in dem Film sich selbst spielen, wie dies der Titel auch andeutet. Ihr Gegenspieler ist Michael Ostrowski, der auch am Drehbuch mitgearbeitet hat. Verschiedene Traditionen und Generationen der österreichischen Komödie werden unter einen Hut gebracht.

Elfriede Ott wird entführt

Zwei junge Chaoten schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben, und bessern ihr mageres Einkommen auf, indem sie Pension und Pflegegeld der seit Jahren verstorbenen Großmutter beziehen. Als der Schwindel aufzufliegen droht, beschließt der eine im nahen Krankenhaus eine Oma auszuborgen. Dort gibt es gerade einen prominenten Neuzugang - Elfriede Ott.

Der böse Zufall will es, dass gerade die Frau Kammerschauspielerin zum Entführungsopfer wird - sehr zum Ärgernis des daheim wartenden Freundes.

Mit Elfriede Ott lachen

Eine junge österreichische Komödie mit oft brachialem Humor und schlüpfrigen Witzen entspinnt sich, und mittendrin steht die Grande Dame des österreichischen Volksschauspiels. Für Regisseur Andreas Prochaska bedeutete es keine geringe Herausforderung, dieses ungleiche Paar in Einklang zu bringen.

"Mir war es von Anfang an total wichtig, dass Elfriede Ott in diesem Film nicht vorgeführt wird, und dass man nicht über sie, sondern mit ihr lacht. Das andere war, dass sie für eine gewisse Tradition im österreichischen Theater und für eine gewisse Art von Humor steht. Wir haben versucht, das in unsere Geschichte so zu integrieren, damit etwas Neues entsteht", sagt der Regisseur.

Vom Horrorfilm zur Komödie

Andreas Prochaska hat als Cutter für Michael Haneke gearbeitet, bevor er auf dem Regiestuhl Platz nahm. Seinen größten Erfolg feierte er mit dem Slasher-Film "In drei Tagen bist du tot". Dass er jetzt vom Horrorgenre zur Komödie gewechselt hat, stellt für ihn keinen großen Widerspruch dar.

"So weit ist das gar nicht entfernt, weil am Ende des Tages in beiden Genres einfach das Timing stimmen muss. Man hat als Regisseur bei beiden Genres eine sehr unmittelbare Reaktion vom Publikum - beim Horrorfilm ist es der Schrecken, bei der Komödie das Lachen", meint Prochaska.

Laut Lachen erlaubt

Was Erzählweise und Bildsprache betrifft, bedient sich der Film gekonnt bei der amerikanischen Kinokomödie. Die Inszenierung wechselt flink zwischen den verschiedenen Handlungssträngen hin und her und die Pointen sind punktgenau gesetzt.

Subtilen Humor darf man sich in "Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott" nicht erwarten, Gründe laut herauszulachen gibt es dafür aber zur Genüge.