FPÖ, BZÖ rufen nach ORF-Reform

Die öffentliche Diskussion um den ORF wurde am Donnerstag durch Stellungnahmen von FPÖ und BZÖ erweitert. Beide Parteien verlangen Reformen beim Öffentlich Rechtlichen Rundfunk. Die FPÖ wiederholt überdies Vorwürfe, der ORF habe Videoaufnahmen zu einer "Am Schauplatz-Reportage" manipuliert - Vorwürfe, die der ORF erneut zurückweist.

Abendjournal, 04.11.2010

Deutsches Gutachten

In der sich seit Monaten hinziehenden Affäre rund um eine Fernsehdoku über Neonazis erneuert FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache am Donnerstag seine Vorwürfe: Der ORF versuche, mithilfe von technischen Manipulationen am Drehmaterial einen angeblich gefallenen Sieg-Heil-Sager zu vertuschen. Das soll nun ein im Auftrag der FPÖ erstelltes deutsches Gutachten auch belegen. Der ORF verweist demgegenüber auf ein Gerichts-Gutachten, das zum Schluss gekommen ist, dass keine Manipulation vorgenommen wurde.

Causa Oberhauser

Auch an einem anderen Schauplatz greift der FPÖ-Chef heute den Österreichischen Rundfunk an. Im Zusammenhang mit der möglichen Ablöse von Informationsdirektor Elmar Oberhauser erhebt er Privilegienvorwürfe: "Wir fordern daher auch die Offenlegung sämtlicher Direktoriumsverträge am Küniglberg, die Offenlegung der Pensionsverträge, die Auflistung, wer aller Dienstautos oder Dienstwohnungen hat und wie sich die Spesenregelungen im Detail darstellen."

ORF privatisieren

Der Mediensprecher des BZÖ, Stefan Petzner, stößt in ein ähnliches Horn. Er ortet Geldverschwendung auf dem Rücken der Steuer- und Gebührenzahler und verlangt: "Privatisierung des öffentlich-rechtlichen ORF. Das wird die einzige Chance sein und das ist die einzige Chance, tatsächlich den ORF sowohl finanziell, wirtschaftlich als auch medientechnisch zurück auf den Erfolgsweg zu führen." Zunächst solle ORF 1 verkauft werden, langfristig sei die vollständige Privatisierung des ORF anzupeilen.

Wrabetz beantragt Oberhauser-Abwahl

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz beantragt jetzt offiziell die Abwahl von Informationsdirektor Elmar Oberhauser. Ein entsprechender Tagesordnungspunkt für die ORF-Stiftungsratsitzung am 11. November ist am Donnerstag eingebracht worden. Die endgültige Entscheidung darüber trifft das 35-köpfige ORF-Gremium also kommende Woche.

Wrabetz hatte Oberhauser nach einem heftigen Disput über die Bestellung von Fritz Dittlbacher zum TV-Chefredakteur das Vertrauen entzogen.

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