Mauthausen-Gedenken: Neues Konzept

Im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen sollen im neuen Jahr die Arbeiten an der Neugestaltung der Gedenkstätte abgeschlossen werden. Die bisherige Ausstellung galt als nicht mehr zeitgemäß. Nun wird der Rundgang durch das Lager neu gestaltet. Sensible Orte wie die Gaskammer werden für die Besucher nicht mehr zugänglich sein.

Mittagsjournal, 24.12.2010

Monatelange Vorarbeiten

Dieser wichtigste Erinnerungsort an die Verbrechen der Nationalsozialisten in Österreich wird jedes Jahr von tausenden Angehörigen, Schulkindern und historisch Interessierten besucht. Seit letztem Sommer wird an der Neugestaltung der Gedenkstätte Mauthausen gearbeitet.

Suche nach dem Original

Derzeit wird am sogenannten Reviergebäude gearbeitet. Das Bauwerk wurde in den Jahrzehnten nach der Befreiung des Konzentrationslagers im Mai 1945 stark verändert, sagt Barbara Glück vom Innenministerium, für die Neugestaltung zuständig. Die Sanierung des Gebäudes werde von Archäologen gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt begleitet. Die heikelste Frage: Wie löst man vom Originalbestand behutsam wieder ab, was in den 1970er-Jahren darüber gebaut und zugemauert worden ist.

Wissenschaft gegen Revisionismus

Die Frage der Authentizität ist im Zusammenhang mit einem Konzentrationslager sehr sensibel. Schließlich haben Revisionisten immer wieder versucht, die Verbrechen der Nationalsozialisten, auch in Mauthausen, als Erfindungen oder Übertreibungen darzustellen. Konflikte mit Revisionisten seien nie auszuschließen, fürchte man aber nicht, sagt Barbara Glück: "Wir sind wissenschaftlich aufgestellt wie noch nie." Sie verweist auf die Zusammenarbeit mit den Instituten für Ur- und Frühgeschichte sowie für Zeitgeschichte: "Da kommen Ergebnisse heraus, wie es das in der gesamten Forschung noch nie gegeben nat."

Eröffnung 2012

Und so soll den Besuchern künftig viel genauer als bisher gezeigt werden, welche Teile der Gedenkstätte im Originalzustand erhalten sind. Als Bezugsdatum gilt der 5.Mai 1945, der Tag der Befreiung, und welche Teile später verändert wurden. Die wichtigsten Bauarbeiten sollen im neuen Jahr abgeschlossen werden, die völlig neu gestaltete Ausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers soll 2012 eröffnet werden.