Strache: "FPÖ wird stärkste Kraft"

Die Landtagswahlen in der Steiermark und in Wien hätten gezeigt, dass die FPÖ auf dem Erfolgsweg sei, sagt FPÖ-Parteichef und Klubobmann Heinz-Christian Strache, dessen Partei Umfragen zuletzt bescheinigten, fast gleichauf mit SPÖ und ÖVP zu liegen. Sein nächstes Ziel: Stärkste Kraft zu werden.

"Rot-schwarzes Proporzsystem überwinden"

FPÖ-Parteichef und Klubobmann Heinz-Christian Strache im Ö1-Mittagsjournal-Interview am 27.12.2010 mit

"Bestimmende Kraft in Österreich"

Rund um den Jahreswechsel hören Sie im Ö1-Mittagsjournal Interviews mit den Klubobleuten aller im Nationalrat vertretenen Parteien. Bilanz ziehen und einen Ausblick versuchen, lautet die Devise. Den Anfang macht FPÖ-Klubchef Strache. Er erläutert sein Vorhaben für 2011: "Die freiheitliche Partei zur stärksten und bestimmenden Kraft in Österreich zu machen. Und wenn SPÖ und ÖVP gemeinsam die 50-Prozent-Marke nicht mehr überspringen, dann haben wir auch das rot-schwarze Proporzsystem überwunden."

"Themenführerschaft in mehreren Bereichen"

Dass die FPÖ nur "dagegen" sei, bestreitet Strache: Die Freiheitlichen hätten die Themenführerschaft in mehreren Bereichen, "als Sicherheitspartei, als soziale verantwortliche Gerechtigkeitspartei bis hin zur indifferenzierten Massenzuwanderung". Nun will Strache die FPÖ als "freiheitliche Familienpartei" positionieren. Eine Forderung ist "Familiensteuersplitting" mit Steuerfreiheit für Familien mit drei oder vier Kindern. Und auch in Sachen Wirtschaftskompetenz sei die FPÖ "sehr gut aufgestellt".

"Nie den Zweiten zum Kanzler machen"

Ein neuerliches Schicksal der FPÖ wie unter Jörg Haider befürchtet Strache nicht, weil er dessen Fehler nicht wiederholen würde, sagt Strache. So würde er "nie als Stärkster den Zweiten zum Kanzler machen", ebenso nicht als drittstärkster den zweitstärksten. Wahlergebnisse seien ernst zu nehmen.

"Auslaufmodell" BZÖ

Einen Zusammenschluss mit dem BZÖ schließt Strache aus: "Das BZÖ ist in keinem Bundesland eine politische Kraft und daher ein Auslaufmodell." Nach dem Kooperationsvertrag mit den Freiheitlichen in Kärnten sei man heute die einzige freiheitliche Kraft in Österreich und in Umfragen nur mehr knapp hinter der SPÖ, während das BZÖ die Zweiprozent-Marke nicht mehr überspringt.

Internationaler Dialog

Seine Reise nach Israel erklärt der FPÖ-Obmann damit, dass er von Abgeordneten der Knesset eingeladen worden sei. Damit lebe er den Dialog, so Strache. Er sei auch in den Libanon, nach Russland, Kanada und in die USA eingeladen.