Jürgen Heigl, Schauspieler

Zum Theater kam er durch die Schule: Jürgen Heigl, Jahrgang 1987, der an der Kunst-Uni Graz Schauspiel studiert und im Sommer abschließen wird. Für seine Diplomarbeit erarbeitet er eine eigene Fassung von Schnitzlers "Leutnant Gustl", den er Anfang Juni im Theater im Palais zeigen wird.

"In der 7. Klasse Gymnasium hatte ich ein Schlüssel-Erlebnis. Ab diesem Schuljahr hatte ich das Freifach Darstellendes Spielen, das mich schon länger interessierte, gewählt.

Schon nach der zweiten Probe war mir klar: das ist es, was ich machen muss. Denn das Schauspielen bereitet mir größte Freude", berichtet Jürgen Heigl, der aus Amstetten in NÖ. kommt, Jahrgang 1987, über seinen Beginn.

Seit 2007 studiert er an der Kunst-Universität Graz Schauspiel. Abschließen wird er im Sommer 2011.

Erste Schauspiel-Praxis hatte er im Rahmen des Schultheaters von 2005 bis 2007 am Bundesgymnasium Amstetten, wo er auch maturierte, gesammelt.

Faszination der Verwandlung

"Man kann in so viele Charaktere schlüpfen, kann ganz unterschiedliche Emotionen ausleben – ob es nun ein Verliebter oder ein Bösewicht ist. Und natürlich ist es die Freude am Spiel", erläutert Heigl seinen Zugang.

Der Anti-Held im Zentrum

"Es ist eindeutig der Anti-Held, der mich am meisten interessiert. Ein Charakter, der böse erscheint, aber von seiner Geschichte her eigentlich der Gute ist. Dieser Typus faszininiert mich – ob auf der Bühne oder im Film."

Von Shakespeare bis Silver

Seit Beginn seines Schauspiel-Studiums hat Jürgen Heigl den Bishop Hogan in Silvers "Fette Männer im Rock", den Graham in Brechts "Heiliger Johanna der Schlachthöfe", die Titelrolle in Tschechows "Iwanow" sowie den Ruprecht in Kleists "Zerbrochenem Krug" erarbeitet.

"Eine besonders wichtige Erfahrung war für mich der Iwanow, den ich mit einem Gastdozenten aus Rostock erarbeitet habe – da hatte ich das Gefühl, diese Rolle wirklich auszufüllen."

In Graz war Heigl in Goldonis "Sommerfrische" im Unipark Rondeau (2009) sowie als Chremes in Aristophanes‘ "DieWeibervolksversammlung" in der Regie von Cornelia Crombholz im Theater im Palais zu sehen (2010).

"Lear" und "Krankheit der Jugend"

Am Grazer Schauspielhaus wirkte Jürgen Heigl in der Regie des international renommierten Peter Konwitschny (2009), sowie in Bruckners "Krankheit der Jugend" in der Inszenierung von Henner Kallmeyer (2009/10) mit:

"Das waren sehr unterschiedliche, sehr wichtige Erfahrungen, die ich in diesen beiden Produktionen sammeln durfte. Bei Peter Konwitschny war es eine sehr stringente Linie, die er von Anfang an vorgab.

Und Henner Kallmeyer erarbeitete die Inszenierung mit uns. Hier habe ich gelernt, dass man sich mitunter auch gegen einen Regisseur durchsetzen und eigene Vorstellungen präsentieren muss."

"Leutnant Gustl" als Diplomarbeit

Als Diplomarbeit bereitet Jürgen Heigl eine eigene Fassung der Schnitzler-Novelle "Leutnant Gustl" vor, mit der er im kommenden Juni sein Schauspiel-Studium abschließen wird:

"Es wird eine szenische Umsetzung dieses inneren Monologs. In meiner Fassung führt Gustl Selbstgespräche – und er ist auch einer, der sich gerne sprechen hört."

Großes Interesse an Film und TV

Erfahrungen konnte der junge Schauspieler inzwischen auch im Bereich Film sammeln: zunächst im Filmprojekt "Unter Einfluss" an der FH St. Pölten (2008) sowie bei den Uni-Seminaren "Arbeiten vor der Kamera 1 & 2" bei Heidrun Gärtner und Käthe Kratz (2009/10):

"Ich musste erst in diese Art des Arbeitens hineinfinden – dass zum Beispiel Abläufe zeitlich nicht synchron gedreht werden. Aber das änderte sich schlagartig durch die Arbeit mit Heidrun Gärtner und Käthe Kratz – und weckte großes Interesse in mir.

Ich bin ja mit Filmen aufgewachsen, kannte die Großen wie Josef Meinrad aus dem TV – und bevor mir Bühnen-Star Martin Wuttke ein Begriff war, kannte ich Bud Spencer", erzählt Heigl schmunzelnd.

Auch international tätig sein

Derzeit arbeitet der Nachwuchs-Schauspieler vor allem an seiner Diplomarbeit.

Wie lautet sein Zukunftswunsch? "Als freier Schauspieler sowohl in Österreich, aber auch international arbeiten zu dürfen", so Jürgen Heigl.