Erster Gastdirigent der Wiener Symphoniker
Dirigent Yakov Kreizberg gestorben
Der aus Russland gebürtige US-Dirigent Yakov Kreizberg ist am Dienstag, 15. März 2011, im Alter von 51 Jahren in Monte Carlo gestorben. Das gab sein Pressesprecher bekannt. Kreizberg war Chefdirigent des philharmonischen Orchesters Monte-Carlo sowie des Netherlands Philharmonic Orchestra und des Netherlands Chamber Orchestra.
1. Jänner 2024, 13:55
Ende März hätte er mit den Wiener Symphonikern, deren Erster Gastdirigent er war, im Musikverein Konzerte geben sollen. Vor wenigen Tagen war bekanntgegeben worden, dass er krankheitsbedingt seine Teilnahme absagen musste und Bertrand de Billy die Dirigate übernommen hat.
Generalmusikdirektor in Deutschland
Kreizberg wurde 1959 in Sankt Petersburg geboren und begann im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspiel. 1976 emigrierte er in die USA. Kreizberg absolvierte Meisterkurse bei Leonard Bernstein, Seiji Ozawa und Erich Leinsdorf und assistierte Michael Tilson Thomas am Los Angeles Philharmonic Institute. 1986 gewann er den Leopold Stokowski Preis in New York.
1988 übernahm er als Generalmusikdirektor das Opernhaus Krefeld-Mönchengladbach und die Niederrheinischen Symphoniker, um später in gleicher Position - bis zum Ende der Spielzeit 2000/2001 - die Berliner Komische Oper zu leiten.
Wiener Symphoniker tief betroffen
Kreizberg war 2003 bis 2009 Erster Gastdirigent der Wiener Symphoniker und dirigierte das Orchester auch immer wieder bei den Bregenzer Meisterkonzerten. Eine Aufnahme von Bruckners 7. Symphonie mit den Wiener Symphoniker war 2006 für zwei Grammys nominiert.
"Yakov Kreizberg war einer der interessantesten Dirigenten seiner Generation und unserem Orchester sehr eng verbunden", so Johannes Neubert, Geschäftsführer der Wiener Symphoniker. Während seiner Zeit als Erster Gastdirigent des Orchesters wie auch in den vielen weiteren Jahren der langen Zusammenarbeit sorgte er für unvergessliche künstlerische Höhepunkte in der Geschichte der Wiener Symphoniker. "Sein Tod ist nicht nur künstlerisch, sondern auch menschlich ein unermesslicher und schmerzvoller Verlust", zeigte sich Neubert von der Nachricht über das Ableben Kreizbergs tief betroffen.
2007 wurde der Dirigent mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.
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