Fruits, Flowers and Clouds

Sie gehören zu den großen Kunstmessen genauso wie der internationale Kunst-Jet-Set: Satelliten-, Parallel- oder Gegenmessen. Im siebenten Jahr ihres Bestehens ist nun die heimische Kunstmesse ViennaFair erstmals mit Konkurrenz konfrontiert: "Fruits, Flowers and Clouds" heißt die neue Wiener Kunstmesse, die ab Donnerstag, 12. Mai 2011, im Museum für Angewandte Kunst stattfindet.

Kulturjournal, 11.05.2011

Da und dort wird gehämmert, gebohrt und aufgebaut, kurz: auf Hochdruck gearbeitet. Nur wenige Kilometer voneinander entfernt - in der Wiener Messe und im Museum für Angewandte Kunst - bereiten sich Galeristen und Veranstalter auf eine intensive Woche vor. Für die Galeristen verspricht es eine erfolgreiche Woche zu werden, denn: Dem Vernehmen nach haben sich zur heimischen Kunstmesse ViennaFair in diesem Jahr mehr Sammler angekündigt denn je.

Mehr denn je wird dem internationalen Publikum in diesem Jahr wohl auch geboten werden: Neben der Hauptmesse ViennaFair, an der mehr als 120 internationale Galerien teilnehmen, finden wie bereits in den vergangenen Jahren unter dem Titel "curated by" Sonderausstellungen in ausgewählten Wiener Galerien statt. Neu hingegen ist eine Messe, die unter dem blumigen Namen "Fruits, Flowers and Clouds" erstmals im Wiener Museum für Angewandte Kunst stattfindet. Endlich hat also auch Wien eine Gegenmesse, die eigentlich gar keine Gegenmesse zur Viennafair sein will, betont der Leiter der "Fruits, Flowers and Clouds" Maximilian Geymüller.

Belebt Konkurrenz das Geschäft?

Als ein junges Team rund um die Kunstzeitschrift "Spike" vor einigen Monaten ankündigte, in Wien mit einer neuen Kunstmesse antreten zu wollen, war die Entrüstung anfangs groß. Von Wettbewerbsverzerrung war da etwa die Rede, weil die neue Messe dank Subventionen vergleichsweise günstige Standgebühren von nur 1.000 Euro anbieten konnte.

Heute ist die erhitzte Stimmung längst abgekühlt. Einige Galerien wie die Galerie nächst St. Stephan und die Galerie Emanuel Layr sind sogar bei beiden Messen vertreten - schließlich sei die "Fruits, Flowers and Clouds" nicht als Konkurrenzveranstaltung, sondern vielmehr als Multiplikator zu verstehen, wie Rosemarie Schwarzwälder von der Galerie nächst St. Stephan betont.

Man wolle den Aufstand gegen den Kunstbetrieb erproben, mehr noch, eine Kunstmesse der neuen Generation auf die Beine stellen. Mit vielversprechenden Ankündigungen wie diesen hat das Team der "Fruits, Flowers and Clouds" schon im Vorfeld aufhorchen lassen.

Tatsächlich präsentiert sich die Messe in ungewohntem Gewand und ist eher wie eine Gruppenausstellung konzipiert. Jede der insgesamt 26 teilnehmenden Galerien zeigt ausschließlich einen Künstler, bzw. eine Künstlerin. Zudem wurde auf das berühmt-berüchtigte Labyrinth der Kunstmessen-Kojen, in dem selbst das kundige Auge schnell den Überblick verlieren kann, verzichtet. Die "Fruits Flowers and Clouds" setzt auf eine offene Ausstellungsarchitektur - ein interessanter und vor allem zukunftsträchtiger Ansatz, sagt der Galerist Emanuel Layr.

Reduktion auf das Wesentliche

Weniger Glamour und Eventkultur stattdessen Reduktion auf das Wesentliche, so könnte man das Konzept der "Fruits, Flowers and Clouds" auf den Punkt bringen. Eine interessante Ausrichtung, wie Galeristin Rosemarie Schwarzwälder findet, die die "Fruits, Flowers and Clouds" als Zusatzangebot neben der ViennaFair versteht. An die Teilnahme bei beiden Messen knüpft sie dieses Jahr hohe Erwartungen.

Tatsächlich findet man auf der Teilnehmerliste der "Fruits, Flowers and Clouds" viele etablierte Namen. So wird die Berliner Galerie Johann König ebenso vertreten sein wie die Wiener Galerie nächst St. Stephan, die Arbeiten von Ernst Caramelle ausstellt. Am Donnerstag, 12. Mai 2011, also einen Tag nach der ViennaFair, öffnet die "Fruits, Flowers and Clouds" für Journalisten, Sammler und das kunstinteressierte Publikum ihre Pforten. Auf den üblichen VIP-Preview haben die Veranstalter bewusst verzichtet.