Never change a winning team!

Unter dem Begriff "Hangover" versteht man im Englischen den Katerzustand nach einer allzu wilden Party. Und genauso hieß vor zwei Jahren eine Komödie, die aufgrund exzellenter Einspielergebnisse bei ihren Machern alles andere als Katerstimmung hinterließ. Nun kommt die Fortsetzung brachialen Humors rund um einen ausgiebigen Junggesellenabend unter dem Titel "Hangover 2" in die österreichischen Kinos.

Kultur aktuell, 03.06.2011

Der Morgen danach hat's so richtig in sich. Drei Männer wachen in einem schäbigen Hotelzimmer auf und können sich an nichts mehr erinnern, auch nicht, wo sie sich befinden. Die Spuren körperlicher Verwüstung sind nachhaltig: ein abgetrennter Finger, fehlendes Kopfhaar und eine Gesichtstätowierung. Kurzum, der eigentlich kreuzbrave Zahnarzt Stu (Ed Helms) hat mit seinen besten Freunden Phil (Bradley Cooper) und Alan (Zach Galifianakis) wieder einmal seinen Junggesellenabend gefeiert und damit erneut den Hochzeitstag zum Abenteuerspielplatz gemacht.

Nicht Las Vegas wie in Teil 1, sondern Bangkok ist diesmal der Tatort, eine Stadt, die für ihn, so Regisseur Todd Philipps, geradezu als Synonym für fatale Entscheidungen und jede Menge Schwierigkeiten stehe.

Hochzeitsrituale

Doch sonst bleibt alles beim Alten, vor allem die exzentrische Kumpanei von erwachsenen Männern, die ein in den USA besonders mythisch aufgeladenes Gesellschaftsritual, die Hochzeit, mit anarchischer Begeisterung gegen den Strich bürsten.

Mit diesem Konzept hat schon Teil 1 von "Hangover" bei einem Budget von 35 Millionen Dollar insgesamt 280 Millionen allein in den USA eingespielt, eine Summe, die eine Fortsetzung obligatorisch machte und wieder einmal die Funktionsweise einer Unterhaltungsindustrie vedeutlicht.

Regel Nummer 1: Never change a winning team!
Regel Nummer 2: Nur ja kein Risiko eingehen, also nicht zu viel ändern am Konzept.

Angriff auf die Familienharmonie

Bemüht versucht Regisseur Philipps dem Eindruck des "More of the same" zu wiedersprechen, nicht nur jede Menge Überraschungen gebe es, man habe diesmal auch noch dicker aufgetragen. "Hangover, Teil 2" mag mit seiner Angriffslust auf familiäre Harmoniewünsche stellenweise amüsieren, eines vermag er sicher nicht mehr: zu überraschen. Und noch was lernt man hier: Die Pubertät ist keine Erfindung der Jugend.