Wirtschaftskammer gegen mehr Urlaub

Auf die Forderung der Gewerkschaft der Privatangestellten nach sechs Wochen Urlaub für alle folgt eine prompte Absage der Wirtschaftskammer. Schon jetzt liege Österreich in Sachen Urlaubstage im europäischen Spitzenfeld, sagt Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl.

Morgenjournal, 07.06.2011

Leitl gegen jede Diskussion

Arbeitnehmer sollen eine Woche mehr Urlaubsanspruch haben, und zwar nicht erst nach 25 Jahren in ein und derselben Firma, sondern schon nach 20 Jahren. Oder es soll grundsätzlich sechs Wochen Jahresurlaub für alle Arbeitnehmer ab dem 43. Lebensjahr geben. Bei dieser Forderung der Gewerkschaft der Privatangestellten sieht Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl keinen Verhandlungsspielraum: "Ich bin gegen eine solche Diskussion", so Leitl kategorisch.

"Ohnehin großzügig"

Denn schon jetzt sei Österreich Europameister bei Urlaubstagen. Denn grundsätzlich 25 Urlaubstage pro Jahr sei mehr als der EU-Durchschnitt, der 21,5 Tage beträgt, sagt Leitl. Dazu kommen noch 13 arbeitsfreie Feiertage in Österreich. Die wolle er ebenfalls nicht in Frage stellen, sagt Leitl. Umso unverständlicher sei es ihm, "wenn so eine großzügige Regelung besteht, dass man dann einfach sagt, ich will noch mehr", kommentiert der Wirtschaftskammerpräsident den Vorstoß der Gewerkschaft.

Kostenausgleich für Unternehnmen

"Gesundheit, höhere Arbeitszufriedenheit und dadurch gesteigerte Leistungsfähigkeit gleichen die Kosten für Unternehmen aus", hatte Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Privatangestelltengewerkschaft (GPA-djp) argumentiert. Dieses Mehr an Urlaub würde von den Österreichern jedenfalls gerne angenommen. Das zeige eine von der Gewerkschaft beim Meinungsforschungsinstitut IFES in Auftrag gegebene Telefonumfrage unter 500 Angestellten. Dieser Studie zufolge sind 70 Prozent der Befragten dafür, nur 27 Prozent dagegen.