Pneumokokken und Meningokokken kommen dazu

Ausweitung bei Kinderimpfungen

Seit Jahren wird diskutiert, nun scheint es Gestalt anzunehmen: Die Impfungen gegen Pneumokokken und Meningokokken sollen in das Kinderimpfprogramm aufgenommen werden und damit gratis sein. Das hat heute Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) beim Europäischen Forum Alpbach angekündigt.

Mittagsjournal, 22.8.2011

Barbara Daser

Gratis für alle Kleinkinder

Pneumokokken können Mittelohr- und Lungenentzündung verursachen und sogar tödlich enden. Die Bakterien sind durch Tröpfchen leicht übertragbar, pro Jahr erkranken in Österreich laut Statistik 300 Personen, vor allem Kinder und Ältere. Zehn Prozent der Erkrankten sterben. Bisher war die Impfung für sogenannte Risikokinder gratis, nun soll dies für alle Kleinkinder gelten, kündigt der Gesundheitsminister an.

Pneumokokken in den Impfplan

Die zuständige Sektionschefin Pamela Rendi-Wagner ergänzt: "Man wird parallel zu diesen schwerwiegenden Pneumokokken-Erkrankungen auch eine hohe Zahl an nicht so schwer, aber doch belastenden für die Familien und auch das Gesundheitssystem darstellenden Erkrankungen erzielen."

Die Pneumokokken-Impfung solle zur bisherigen Sechsfachimpfung im ersten Lebensjahr dazukommen, so Rendi-Wagner.

Meningokokken-Impfung auch kostenlos

Eine weitere Impfung soll ab kommendem Jahr gratis werden, nämlich jene zum Schutz vor Meningokokken. Hierbei handelt es sich ebenfalls um Bakterien, die durch Tröpfchen wie beim Niesen oder Husten übertragen werden. Die Meningokokken-Impfung soll für Jugendliche gratis werden, so das Gesundheitsministerium, da jener Bakterientyp, der durch eine Impfung vermeidbar ist, in dieser Altersgruppe häufig ist.

Länder müssen mitzahlen

Geschätzte Kosten der Gratisimpfungen zum Schutz vor Pneumokokken und Meningokokken für bestimmte Altersgruppen: 6,6 Millionen Euro pro Jahr, wobei das Gesundheitsministerium, das zwei Drittel der Kosten übernimmt und aus dem laufenden Budget finanziert, keine konkreten Zahlen nennen will.

Haken an der Ankündigung von Minister Alois Stöger: Ein Sechstel der Kosten müssen die Bundesländer tragen - und die haben noch nicht alle zugestimmt. "Es gibt bereits einige Zusagen der Länder", so Stöger.

Ab kommendem Frühjahr?

Zumindest der Hauptverband der Sozialversicherungsträger bestätigt, dass er ein Sechstel der Kosten übernehmen wird - unter der Voraussetzung, dass die Krankenkassen zustimmen.

Auch wenn die Finanzierung noch nicht gänzlich geklärt ist, hofft der Gesundheitsminister, dass die Impfungen gegen Pneumokokken und Meninigokokken ab kommendem Frühjahr ins Kinderimpfprogramm aufgenommen werden und damit für die Familien gratis sind.