Arbeitsrechtliches Verfahren gegen MAK

Noever zieht vor Gericht

Der Streit zwischen dem Wiener Museum für Angewandte Kunst (MAK) und seinem einstigen Direktor Peter Noever scheint in eine neue Runde zu gehen: Der nach seinem Rücktritt fristlos entlassene einstige Museumsleiter hat laut "Standard" (Dienstagsausgabe) ein arbeitsrechtliches Verfahren gegen seinen einstigen Arbeitgeber angestrengt. Unter anderem will Noever damit die Abfertigungsansprüche geltend machen, die ihm durch die fristlose Kündigung entgangen sind.

Abendjournal, 20.09.2011

Mit diesem Schritt könnte die eigentlich in Aussicht gestellte Einigung hinfällig sein. Demnach hatte Noever als "tätige Reue" 220.000 Euro auf ein Treuhandkonto hinterlegt, um die ausgewiesene Schadenssumme inklusive Lohnsteuer und Verzugszinsen von 173.000 Euro abzudecken, die unter anderem durch das Abhalten von Geburtstagsfeiern für seine Mutter auf Kosten des Museums entstanden sind. Vonseiten des MAK-Kuratoriums hatte man den Direktor daraufhin einen Monat nach seinem Rücktritt fristlos entlassen, wodurch Gehalt-und Abfertigungsansprüche erlöschen.

Frist läuft ab

Allerdings seien dem Steuerzahler nach Noevers Überweisung kein Schaden entstanden, hatte Kuratoriumsvorsitzender Andreas Treichl damals betont. Die entsprechende Vereinbarung zur "tätigen" Reue wird jedoch nur schlagend, wenn von beiden Seiten alle Punkte eingehalten würden, was mit dem jetzigen Noever-Schritt obsolet sein könnte. Die Frist zur Umsetzung der tätigen Reue laufe jedenfalls mit 30. September aus, so der "Standard".

Die Staatsanwaltschaft wiederum hatte im März auf Basis der vom Kuratorium eingebrachten Anzeige ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet. Diese Erhebungen laufen demnach laut Staatsanwaltschaft noch.

Vom MAK gab es zur neuen Entwicklung im Konflikt mit dem Ex-Chef vorerst keinen Kommentar. "Keine Stellungnahme", heißt es aus dem Haus gegenüber der APA.

Schmied verweist auf laufendes Verfahren

Zurückhaltend zeigt man sich im Kulturministerium angesichts der neuen Entwicklung. "Wir können laufende Verfahren in keiner Weise kommentieren", heißt es auf APA-Nachfrage aus dem Ministerium.

"Die Staatsanwaltschaft schaut sich die Dinge derzeit an", heißt es aus dem Büro von Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ). Die Staatsanwaltschaft hatte im März auf Basis der vom MAK-Kuratorium eingebrachten Anzeige ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet. Diese Erhebungen laufen demnach noch. Peter Noever selbst war für die APA am Dienstag nicht zu erreichen.