Die Kinostadt

"Hollywood am Tiber" wurde Cinecittà in den 1950er Jahren genannt, als Monumentalfilme wie "Ben Hur" und "Kleopatra" unter unglaublichem Aufwand an Stars und Statisten in aufwändigen Bühnenbildern und an Originalschauplätzen in Rom gedreht wurden.

In Cinecittà folgte die Ära der Spaghettiwestern unter dem Regisseur Sergio Leone und mit Clint Eastwood als Hauptdarsteller. Federico Fellini machte Cinecittà zu seinem Wohnort, lange war Cinecittà den Drehteams vorbehalten, bis zum November 2011 öffnet sie ihre geschichtsträchtigen Pforten erstmals.

Das alte Rom brandneu

Das Vierzig Hektar große Areal liegt an der Endstation der Metro-Linie A und an der römischen Konsularstraße Via Tuscolana, heute eine viel befahrene Asphaltroute, die in südöstlicher Richtung aus der ewigen Stadt hinaus führt, in die Campagna Romana, das ländliche Umland der Metropole, wo Schafherden friedlich weiden.

In Cinecittà wirkt das alte Rom brandneu. Das gesamte Forum Romanum und die Suburra, den Armenvierteln des alten Roms, sind über vier Hektar als Filmset nachgebaut. Gleich um die Ecke beim Forum Romanum ist eine Straße aus Paris konstruiert, die eine Produktion zuvor schon als New Yorker Location gedient hat.

Die Kinostadt öffnet ihre Pforten

Das Areal von Cinecittà ist von Mauern umgeben, durch das Portal kamen bis vor kurzem nur ausgewählte Besucher. Im Laufe der Jahre langten jedoch in Cinecittà unzählige Anfragen von Menschen ein, die die Studios besuchen wollten, und so entschloss sich das Management die Filmstadt mit einer Ausstellung zu öffnen. In den ersten zehn Tagen kamen bereits 10 000 Besucher.

Durch das weitläufige Gelände führt ein auf die asphaltierten Wege gemalter roter Teppich, auf ihm werden die Besucher durch die verschiedenen Teile der Ausstellung geleitet. Alle Bauwerke in Cinecittà stehen unter Denkmalschutz, in einem beginnt die Ausstellung.

Die Zitate aus Drehbüchern berühmter Filme sind rund um den Eingang zu den Ausstellungsräumen angebracht, um das Eintauchen in die Welt des Films zu symbolisieren. Im ersten Teil der Ausstellung sind Originalkostüme zu sehen. Gewänder aus dem Film "Die Passion Christi", der in Cinecittà gedreht wurde, sind ebenso zu bewundern wie Elizabeth Taylors Kleid als Kleopatra und Richard Burtons Marcus-Antonius-Outfit.

Man sieht Silvana Manganos elegantes weißes Kleid aus "Der Tod in Venedig" und Anita Eckbergs tiefdekolletiertes schwarzes Abendkleid aus "La Dolce Vita" ebenso wie die Kostüme aus "Ginger und Fred" für Giulietta Masina und Marcello Mastroianni.

Internationale Dreharbeiten und Steuerbegünstigungen

Heutzutage verfügt Cinecittà über insgesamt 25 Studios an all ihren Standorten, etwa 250 Menschen arbeiten an einem Film, 40 Millionen Euro im Jahr beträgt der durchschnittliche Umsatz, den Cinecittà vorwiegend mit internationalen Filmen erwirtschaftet.

Die Filmstadt wird daher stark von der internationalen Politik und Wirtschaft beeinflusst. Der Eintritt Italiens in die Euro Zone, oder das Steigen des Eurokurses im Vergleich zum Dollar bedingen, dass amerikanische Produktionen es nicht mehr für angebracht halte, nach Italien zum Drehen zu kommen. Diesen Faktoren muss der Staat Italien durch Steuerbegünstigungen für Filme entgegenwirken.

Das Steuerbegünstigungssystem wurde 2010 für einige Monate ausgesetzt. Davor war Cinecittà Drehort wichtiger Produktionen: "The Tourist", "The American" und "Letters to Juliet".

Als Ende 2010 das Steuerbegünstigungssystem ausgesetzt wurde, sank die Zahl der Produktionen. Wenn das System eingestellt wird, sind diese sechs Monate sechs tote Monate. Endlich, Anfang 2011, bekam Cinecittà die Sicherheit der Verlängerung der Steuerbegünstigungen für weitere drei Jahre, und wiederum kommt es zur Rückkehr des internationalen Kinos nach Cinecittà.

Übersicht

  • Reisen