Flock, Susanna - bildende Kunst

Vom Grafikdesign wechselte sie zur Kunst: Susanna Flock, Jahrgang 1988, die an der Kunst-Uni Linz Experimentalkunst studiert. Im Fokus ihrer vielseitigen Arbeiten steht die Sprache. 2011 war sie Siegerin des Ö1 Talentestipendiums. Beim Linzer Filmfestival crossing europe gewann sie für "Trying to build a sentence" den "Award Local Artist 2012 Atelierpreis".

"Es war bei mir wie bei vielen Kindern - es hat mit dem Zeichnen begonnen. Meine Eltern förderten mich und in der Folge habe ich die Ortweinschule besucht, die einen Schwerpunkt Kunst und Design hat.

Bei Ferialjobs habe ich später aber gemerkt, dass Grafikdesign nicht mein Weg ist. Die freien Fächer, wo wir Kunst machen konnten, haben mir damals am besten gefallen", erzählt Susanna Flock, gebürtige Grazerin, Jahrgang 1988, über ihre Anfänge.

Seit 2008 studiert sie an der Kunstuniversität Linz bildende Kunst/experimentelle Gestaltung. Abschließen wird sie 2013.

Davor hatte Flock die HTBLA Ortweinschule in Graz besucht, wo sie 2008 maturierte.

Erasmus-Semester in Leipzig

Derzeit absolviert Flock einen Erasmus-Aufenthalt in Leipzig, wo sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst ihr Wissen im Bereich Medienkunst erweitert.

Die Sprache im Fokus

"Ich arbeite zurzeit vor allem mit und über Sprache. Kommunikation ist ein unendliches Thema. Und vor allem ändert sich auf diesem Gebiet so viel", erläutert Flock, in deren Zentrum die Medien Video, Fotografie, Grafik und Zeichnung stehen.

crossing-europe-Spezialpreis

Für ihr Kurz-Video "Trying to build a sentence" wurde Susanna Flock zum Abschluss des diesjährigen Linzer Festivals crossing europe am 28. April 2012 mit dem "Award Local Artist 2012 Atelierpreis powered by Atelierhaus Salzamt" ausgezeichnet.

Kunst-Buch "Translation"

Zu einer der wichtigsten Arbeiten von Susanna Flock zählt ihr Kunst-Buch "Translation", das 2010 entstanden ist, und in dem sie sich mit der Problematik von Übersetzungen auseinandersetzt:

"Ein Original-Text kann ja nie 1:1 übersetzt werden, weil jede Übersetzung eine Interpretation ist. Bei dieser Arbeit habe ich eine 'Brockhaus'-Definition von Übersetzung in den 'Google'-Translator eingegeben und den Text durch alle 51 Sprach-Angebote geschleust.

Das Endergebnis ergab einen Satz, in dem es um politisches Risiko ging. Dieses Projekt zeigt, wie sich Sprache durch Übersetzung verändert."

Video "Trying to build a Sentence"

Ein weiteres wichtiges Projekt Flocks ist ihr Kurz-Video "Trying to build a Sentence", das 2011 entstanden ist:

"Hier wurden die Worte 'Back - to - back - they - faced - each - other' jeweils auf Rücken von sieben Kühen aufgetragen. Damit entstand die Möglichkeit, dass diese einen grammatikalisch korrekten Satz bilden konnten.

Durch das jeweilige Herdenverhalten der Kühe ergaben sich verschiedene Kombinations- und Lesemöglichkeiten. Bei dieser Arbeit hat mich das Satz-Spiel interessiert, dass eine Herde vorgibt", so Flock, deren Video beim "fullframe"-Kunstfilmfestival im April 2011 im Wiener Gartenbaukino gezeigt wurde.

Siegerin des Ö1 Talentestipendiums 2011

Und im September wurde Susanna Flock - als bisher jüngste Teilnehmerin - von der Fach-Jury zur Siegerin des Ö1 Talentestipendiums für bildende Kunst 2011 erkoren:

"Ich war sehr nervös, als ich in die Endrunde kam. Aber ich habe mir keine großen Hoffnungen gemacht. Umso schöner war natürlich die Nachricht, dass ich das Ö1 Talentestipendium gewonnen habe", berichtet die glückliche Künstlerin, der die Jury unter anderem "bemerkenswerte Konsequenz" in ihrem Schaffen attestiert.

Weitere Preise und Stipendien

Seit 2007 hat die erfolgreiche Künstlerin bereits Preise und Stipendien erhalten:

Darunter den "terragas artprice" (2007), sowie im Vorjahr den "Henkel Art.Award".
Weiters bekam sie ein Stipendium für die Sommerakademie Traunkirchen (Klasse Maria Hahnenkamp, Fotografie; 2008), einen Freiplatz bei der Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg (Klasse Liliana Moro, Skulptur im Öffentlichen Raum; 2009), sowie ein Leistungsstipendium der Kunstuniversität Linz (2010).

Ausstellungen

Seite 2010 war Susanna Flock bei zahlreichen Ausstellungen vertreten, darunter bei:

"Almost in passing" in der Galerie 5533 in Istanbul, bei "Reclaiming Space" in den Linzer Tabakwerken, bei "contemporary art ruhr" in Essen, beim Ars Campus der Linzer "Ars Electronica", "Unordnung VI" im ehemaligen Kartographischen Institut in Wien, bei der "Photograz" (alle 2010), "Sprachquellen / Bildflüsse / Textmeere Linz an der Salzach" im Stefan Zweig Centre und im Salzburger Kunstverein, "So habe ich das nicht gesagt, I never said it like that" in Bristol, "Festival der Regionen", "7 Arbeiten & 7 Fetische" im Wiener "Ve.Sch", sowie in "from the darkroom with love" in der "Plattform für junge Kunst" in der Wiener Bäckerstraße (alle 2011).

Medienübergreifende Kunst

Derzeit arbeitet die junge Künstlerin an einem Projekt im Bereich der Meteorologie.

Wie lauten ihre Zukunftswünsche? "Ich möchte als freischaffende Künstlerin arbeiten und mir auf dem Gebiet der konzeptionellen, medienübergreifenden Kunst einen Namen machen", so Susanna Flock.

Service

Susanna.FLOCK@ufg.ac.at - Susanna FLOCK

Kunstuniversität Linz
HTBLA Ortweinschule Graz
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Bäckerstraße 4
crossing europe
Festival der Regionen 2011
Fullframe Kunstfilmfestival 2011 - Gartenbaukino
Henkel - Art.Award – Förderpreis junger österreichischer Talente
tv.ORF.at – Seitenblicke: Ö1 Talentestipendium für bildende Kunst
Unortnung - Ausstellung im ehemaligen Kartographischen Institut