"Leute werden angefixt zu keilen"

Im Rechtsstreit für 2.500 geschädigte Anleger und Aktionäre macht der Verein für Konsumenteninformation weiter Druck auf das Finanzberatungsunternehmen AWD. Ein ehemaliger AWD-Topmanager hat nun gemeinsam mit dem VKI schwere Vorwürfe gegen AWD erhoben.

Mittagsjournal, 11.11.2011

Bernt Koschuh

Vorwurf: Systematische Fehlberatung

Die aggressiven Verkaufsmethoden von Finanzvertrieben haben in den vergangenen Jahren immer für Negativschlagzeilen gesorgt. In Österreich etwa hat der Finanzvermittler AWD Immofinanz-Aktien großflächig an den Mann und die Frau gebracht und muss sich nun mit tausenden Anlegerklagen herumschlagen.

Der - heftig bestrittene - Vorwurf: Systematische Fehlberatung. Ein ehemaliger hochrangiger Manager des AWD sieht aber nicht nur die Kunden als Opfer von Strukturvertrieben, sondern auch die einfachen Vermittler. Sie würden in eine Schuldenspirale gedrängt, was einen Ausstieg de facto unmöglich mache. Bei einem Hintergrundgespräch gemeinsam mit dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Wien berichtete der Ex-Manager am Donnerstagabend von "mafiösen Methoden", "psychologischem Infiltrieren", undurchsichtigen Provisonsflüssen und macht klar: "Das ganze ist ein System." (APA)